den und halbherzig durchgeführten Versuchen einer Zusammenar-beit. So wollte Josef II. den mächtigen albanischen Feudalen Nord-albaniens Kara Mahmut Pascha( 1755-1796) für sich gewinnen, in-dem er ihm als Mohamedaner anbot, als Fürst dem Heiligen Rö-mischen Reich beizutreten( 9)! Einige Jahre später, als Josef II.mit Katharina gegen die Türkei kämpfte, versuchte der Kaiser, den-selben Feudalen als Bundesgenossen zu gewinnen. Der UnterhändlerBrognard wurde auf bisher nicht ganz geklärte Weise nach denersten Kontaktnahmen ermordet( 10). Des Kaisers Interessen reich-ten sogar bis zur Himara, von wo Stammesälteste eine Delegationnach Wien entsendet hatten( 11). Ebenso wie von Montenegro wur-de auch von Albanien erstmalig verläßlicheres Material über Landund Leute Albaniens durch kaiserliche Emissäre ermittelt.
Bei Betrachtung des 19. Jahrhunderts muß vorerst einer Ein-richtung gedacht werden, welche sich sowohl Frankreich wie Öster-reich im Laufe der Türkenkriege von der Pforte ausgehandelt hat-ten, des Kultusprotektorats( 12). Dieses galt zwar vorerst demSchutz der eigenen Untertanen, wurde aber später auf alle Balkan-christen ausgedehnt. Hiebei war es hauptsächlich Frankreich, wel-ches unter dem Schutz dieser Institution eine Reihe mustergül-tiger kultureller Anstalten errichtete. Die Donaumonarchie war je-doch bis zur Einführung des Tanzimats( 1839) in der Türkei un-tätig geblieben. Frankreich blieb auch weiterhin, namentlich in derForm der Lyoner Propaganda beispielhaft, als Österreich aus man-nigfachen Gründen auch auf diesem Gebiet aktiv wurde. Die ver-änderte politische Lage, der Einbruch fremder Mächte in bisherabgeschirmte Domänen Österreichs in der napoleonischen und nach-napoleonischen Zeit, brachte die österreichischen Diplomaten dazu,sich ebenfalls der im Kultusprotektorat ruhenden Möglichkeitenmehr zu bedienen. Dieser neuen Art von Einflußnahme auch in
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