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Grabschriften aus Österreich
Entstehung
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469. Gibts einen Trost, der uns noch

bliebe?

Die Trennung ist so schmerzlich weit!Und doch, es schlingt des HerzensLiebe

Ihr Band bis in die Ewigkeit.

Görz 1886.

470. Wahre Liebe kann nicht schwinden,Wenn auch Trennung unsre Seele

trübt.

Sei's; dort werden wir uns wieder-

finden,Wo man ewig ohne Scheiden liebt.1)Klagenfurt 1872.

471. Unsere Liebe weiht der Tod ein; unddie Trauerweide, auf unserem Grabesich neigend, übersilbert das Mond-licht, daß sie glänzt wie blühendeMyrthen. 2)

Klagenfurt.

472. Die Liebe hört nimmer auf!Wenn auch Erd' und Welt vergeh'n,Hoffnung bleibt auf Wiederseh'n.³)Oberndorf 1892.

473. Erde mag zurück in Erdenstaub,Fliegt der Geist doch aus demmorschen Haus.

Seine Asche mag der Sturmwind

treiben,

Seine Liebe dauert ewig aus.')Klagenfurt 1879.

474. Wer im Geiste seiner Lieben lebt,Ist nicht todt, er ist nur fern;Todt nur ist, wer vergessen wird.Linz.

475. Schmerzlich ist die Trennung,Freudig das Wiedersehn.

Tainach 1897.

476. Schwer getroffen laßt uns hoffenDort ein selig Wiederseh'n;Unvergessen soll indessenHier der Liebe Denkmal steh'n.5)Anthering 1886.

477. Ewig bleibt er nicht geschieden,Dieser Bund, der uns umschließt.Das ist's, was uns Trost und FriedenIn die wunde Seele gießt.

Anthering 1877.

478. Es durchzieht die gramerfüllte Brustdas SehnenNach dem Jenseits, wo der Gattewohnt;Wo den Trennungsschmerz und seine

Thränen

Mild in Wiederseh'n der Vater lohnt.Sbg. Seb. 1857.

479. Eine Weile währt die Nacht derTrauer,

Harr' ein wenig, und der Tag wirdwach;Heute rinnt der Trennung Regen-

schauer,

Morgen strahlt des Wiedersehens

Tag.

Sbg. Nonntal 1877.

480.( Z. 1 u. 2 verwittert.)

Denn das Wort des Herrn kannnicht vergeh'n,Jesus sagt, daß wir uns wiederseh'n.

Sternberg bei Velden o. J.

481. Bald rollt des Lebens Vorhang nieder,Und über Sternen finden wir uns

wieder.Nußdorf 1800.

1) Siehe Nr. 487. Vergl. Petak Frdfv.» Liebe kann nicht untergeh'n<<.2) Grab des heimischen Dichters Paul Renn; diese von ihm verfaßte Inschriftzeigt, wie die Romantik über das Volkslied siegt.

3) Zu diesem und dem folgenden Spruche vergl. man die letzte Strophe vonMatthissons» Lied der Liebe<<.

Die Freude, sie schwindet, es dauert kein Lied,Die Jahre verrauschen im Strome der Zeit;Die Sonne wird sterben, die Erde vergeh'n:Doch Liebe muß ewig und ewig besteh'n.

Vergl. auch Wedk. 117.

4) In Z. 1 fehlt wohl das Wort» verbleiben<<.5) Man beachte hier die hübschen Binnenreime.