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21. Wanderer steh still und schau!Der du bist, war ich auch.Der ich bin, das wirst du werden,Ein Speis der Würmer und Staubder Erden.
Lambach, Stierberg.( Sieger, Iselberg).¹)( Urban Nr. 2).2)( Rieder S. 118).3)( Hein Böhm. S. 94).2)( Dres. Nr. 222.)
22. Bedenckh o Mensch betracht nur disSo diese Schrüft thust lesenWer da Alhier anietzo bist
Wür auch zuvor sein gwese.Wer Aber Wür ietzunder seinWirst eben gar bald werdeWan der todt khombt und holtdich ein
Auch macht zu staub und erden.+)Sbg. Nonnth. 1730.
23. Heut' an mir, morgen an dir.
Salzb. Seb. 1714.( Hein. Böhm. S. 88.)( Hörm. II, S. 75.)
( Hörm. I, S. 72.)
( Rieder S. 114).")
24. Heute mir, morgen dir.6)
Mattsee 1872.
25. Sehr ungleich geht's auf Erden zu,Ich heut, der gestern, morgen du.
Landshut.( Dres. Nr. 292.)
26. Ist das Leben nicht ein Traum
Flüchtiger Gefülle( sic!)?Kaum sind meine Jugendjahr' ver-
flossen
Steh ich schon am Ziele.')
Domeschau 1888.( Wedk. 372.)
27. Haare wie der Schnee so weiß,In den Adern Blut wie Eis;Winken mir zum Grabe hin,Zeigen, daß ich sterblich bin.
Seeham 1883.( Dres. Nr. 333.)
28. Kaum fang ich an zu Leben,
Muß ich von meinen Liebsten gehen,War erst siebzehn Jahre alt,Als mich Gott gerufen hat.³)
Anthering.( Hörm. I, S, 9.)
1) Marterl aus St. Peter in der Au in N.-Ö.( Zeitschr. f. österr. Volksk. III, 305)mit dem Zusatz:» Drum denke oft an deinen Tod
Und bitte auch für mich zu Gott<<.
2) Z. 1» O Mensch gehe nicht vorbei, ohne es zu lesen<<.
Z. 4» Staub und Asche«.
3) Hier lieg ich und wart auf dich,Gehst du vorbei, so bet für mich.Besonders in der heiligen MeẞMein' arme Seele nicht vergeß.
4) Vergl. Dres. Nr. 137.
Du stehst allhier und thust es lesen:Was du bist, war auch ich gewesen,Und wer ich bin, wirst du werden,Staub und Asche in der Erden.<<( 1879.)
5) Auch Motto für Totenkapellen:» Heindt an Mier, morgen an Dier<<.Rosegger( Deutsches Volksleben in der Steiermark I, 180) teilt mit, daß beider dreinächtigen Totenwacht mit Vorliebe ein Volkslied mit folgenderStrophe gesungen wird:
Heut ist's in mir,
Morgen ist's in dir;
Es ist halt kein Kräutlein
Gewachsen dafür.
6) Nach Böhaimb( Chronik der Stadt Weilheim S. 89) steht in der Kirche zuWeilheim der Spruch:» Hodie mihi, cras tibi: O Mensch lern sterben, 1582.<< Vergl.auch Petak Frdfv. Nr. 7. Dann Sieger» Marterln und Grabkreuze«( Zeitschr. f. österr.Volksk. I, 292), Marterl aus Zwieselstein» Wann du stirbt, ist dir verborgen,Drum steh in Sorgen.<<
Endlich das Gedicht» Der Himmel ist blau« von Gilm( Ausgabe vonGreinz, S. 142).
7) Z. 3 bei Wedekind» Ausgelaufen ist er kaum« zeigt, daß unser Vers hierverdorben ist. Das Leben ein Traum vergl. Nr. 106, 107, 435, 530 ff.
8) Interessant sind hier die Assonanzreime. Vergl. mit dem Anfang den be-rühmten Vers:» Ich leb', ich weiß nicht, wie lang«( bei Hörm. Haussprüche in denAlpen S. 117, 131, ferner Petak Tdg. Nr. 20, Dres. 170, 804).