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8. Quo Viator? siste: paucis te moror.Brevis mortuorum sermo, at vivus etefficax.
Quaeris, tu qui es? tu qui eris.Urges, quis eras? erras, non quissed qualis quis fuerit, hic quaerit.Pares tu tibi, quia infra te eramnomine Georgius Christophor' LangerGradu J. U. Dr. Titulo Com:Pal Caes Officio Cel: Princ: Sal:olim Consiliari' Aulie', tande Parthe-nonis Nunbergensis Index. Anno ChriM.DCC. aetat: LIX. die XI May citatusipse ad Indicium supremi Indiciscomparere, causam dicere iussus sum.parui, comparui, vixi, dixi, rogas,quomodo? nescies modo, scies autepostea nam adhuc semel conveni-emus, vade interim et vale: vivememor Dei, tui, mei.¹)
Nonnberg 1700.
9. Hir in diesem RosengartenWill ich auf meine Kinder warten.Mann und Kind, weine nicht,Ich steh vor Gottes Angesicht.Anna Sauer heiß ich,
Zum himmlischen Vater reiß ich;Sag meinen Freunden gute Nacht,Ich ruh sanft mit meiner Mutter ineinem Grab.2)
Schnobolin 1884.
10. Hier ruhe ich in RosenUnd werde auf euch warten.Herzliebste betrübt euch nicht!Kommt öfters zu meinem Grab getretenUnd thut für meine Seele beten.3)
Domeschau 1881.Schnobolin 1891.
11. Hier liege ich im Rosengarten,
Muß auf mein Mann, und Freundewarten.
Hier liege ich und muß verwesen,Was ihr noch seid, bin ich gewesen,Was ich nun bin, das werdet ihr,Geht nicht vorüber, betet mir!
Anthering 1893.Anthering 1894.*)
12. Hier lig ich im Rosengarten,Mus auf meinen Ehemann undVerwanden warten.
Hier lig ich und mus verwesen,Was Ihr jetzt seid, bin ich auch
gewesen,
Was ich jetzt bin, das werd auch ihrGeht nicht vorbei und bettet mir.Nußdorf 1895.
13. Josef und Therese sind wir genannt,Im Himmel ist unser Vaterland.Hier liegen wir im RosengartenUnd thun auf unsere Kinder warten.")
Morzg 1874.( Dres. Nr. 50.)
14. Auf meinem Grabstein steh',Daß es der Wandrer seh'Und ohne Gruẞ nicht geh':Gelobt sei Jesus Christ,Maria, sei gegrüßt.
Kärnten(?).
15. An diesen Grabstein, O Wandererkanst Lesen
Daß, wer du izt noch bist, ichvorauch war gewesen.Mein Haus hies Rosenbäck, meinvatter schrieb sich Altund vor ich das Gesatze der Naturhab bezalt
1) Die Inschrift ist deswegen wichtig, weil sie Anklänge an mehrere sehrgangbare Grabsprüche enthält( vergl. auch Nr. 16 ff.) und so wichtige Beziehungender deutschen Gräberpoesie zur lateinischen aufdeckt.
Pom. bemerkt, daß die Worte an der Außenwand der Kirche beim zweitenPortal stehen.
2) Wieder interessant durch die Verbindung mehrerer Motive. Z. 1 und 2 vondem berühmten Kindergrabvers( vergl. Nr. 549 ff.) Ebenso ist Z. 3 und 4 typisch( vergl. Nr. 41 ff.) und Z. 8 klingt an das bekannte Motiv von Nr. 137 ff. an. ZuZ. 5 ff. vergl. Hörm. II, S. 32, sowie Nr. 554 dieser Sammlung. Zu Z. 7 vergl. Nr. 64,sowie Petak Tdg. Nr. 15 und Widmann Nr. 1b).
3) Die beiden letzten Zeilen sind typisch. S. Nr. 66. Vergl. Petak Frdfv.Nr. 1, Schwzb. Nr. 2( Z. 19 und 20), Petak Leond. Nr. 23, Petak Tdg. Nr. 4, 75, 79,4) Z. 2» Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib und Kinder«. Zu Z. 3-6 vergl. Nr. 16.
5) Vergl. Nr. 556.