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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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und wahrscheinlich ziemlich älter ist, finde ich zuerst entwickelt bei L. Lydus( de mensibus IV 10) Mitte des 6. Jahrhunderts" 1. Die Sitte, die zwölfTage vom 25. Dez. bis zum 5. Januar der Reihe nach mit den zwölfMonaten des folgenden Jahres in Verbindung zu bringen, findet sich eben-falls schon bei Lydus an der citierten Stelle 2. Als Kalendenbräuche ritupaganorum rügt Burchard von Worms das Ausspähen nach Augurien an Kreuz-wegen oder vom Dach des Hauses aus und Weissagungen aus dem in derNeujahrsnacht gebackenen Brot.

Die aufgezählten Prognostica finden schlagende Entsprechungen in denskr. W.- Bräuchen(§ 50): Aus den atmosphärischen Erscheihungen,aus dem Wochentag, auf den der Christtag fällt, aus der Mondphasezieht man Schlüsse auf Wetter und Fruchtbarkeit des kommenden Jahres.Allgemein ist der Glaube an die zwölf Lostage, als welche bisweilenauch die Tage vom 13. bis 25. Dez. oder vom 20. Dez. bis 1. Jännfungieren. Wie der römische Opferschauer aus den Eingeweiden die Zukunftlas, so tut es der serbische Bauer aus dem Schulterknochen und derMilz des Bratentiers(§ 50, P. 5 d). Den Prophezeiungen aus dem Neujahrs-brot entsprechen die Orakel aus dem Aufgehen der Varica(§ 6).Für die Augurien vom Dache aus haben wir oben( S. 139) Anklänge feststellenkönnen.- Die hohe Bedeutung der ersten Begegnung erhellt nichtnur aus den Liebesorakeln(§ 50, P. 4), sondern auch aus den Bräuchen mitdem ersten Besucher, dem wir der Wichtigkeit halber einen kurzen ver-gleichenden Exkurs widmen wollen.

§ 65. Exkurs über den Polaženik. Den serbokroatischen Bräuchen midem P.(§ 39) stehen die bulgarischen am nächsten. Er heißt hier paleznikspoleznik, poljazniks, poódnjak, poóžnjahь und kommt am 20. Dez., dem Ignaž-den oder poljazov- denь und wünscht glückliches Neujahr." Das Herdfeuerschürt er unter einem Funkensegen mit einem mitgebrachten Eichenzweig,der dann auf den Hausbalken gelegt wird, wo er bis zum 5. Jänn. liegen bleibt,um nachher als Abwehrmittel gegen Krankheiten in den Hühnerstall getragenzu werden. Dem ersten Besucher, der niemals mit leeren Händen kommendarf, reicht man ein Sieb voll Nüsse und Körner, die er unter einem Segenaussät: Es soll wachsen, wo der Pflug geht und wo er nicht geht!" Inmanchen Gegenden verbrennt er einen mitgebrachten Strohhalm im Feuer( wohl Symbol des neuen Lebens). Anderswo reizt er jedes Tier und ahmtdessen Schrei nach. Er rafft Herdasche in eine Schale und stellt sie alsApotropaion in den Hühnerstall. Kommt zufällig ein Tier an diesem Tag zuerstins Haus( Hund, Huhn, Kalb, Schwein), so füttert man es und nimmt das alsgutes Zeichen 3.- Also auch bei den Bulgaren ist der erste BesucherTräger magischer Kräfte, die man sich für die Vermehrung der Tiere unddas Gedeihen der Saaten nutzbar zu machen sucht.

Bei den steirischen Slowen en kommt am Luzientag, bevor die Leuteaufgestanden sind, ein Bursche und füttert das Geflügel, polážar živini položit.

Im östlichen Böhmen wird am Morgen des 24. Dez. aufgepaẞt, werzuerst das Gehöft betritt, denn nach dem Geschlecht und der Zahl derNachBesucher schließt man auf die künftige Vermehrung des Viehs 5.Hanuš bringen ein Kind oder eine Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau als erste Besucher am Neujahrs-tag Glück, ein altes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib Unglück.

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Marinov, 271 ff.

1 Bilfinger, 59. 2 Nilsson, Vorgeschichte, 120.-+ Pajek, 93. 5 Reinsberg- Düringsfeld, B. 546.- Kal. 62.