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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Nach den obigen Zeugnissen unterliegt es keinem Zweifel, daß auchdie südslawische Weihnachtstafel, die alles aufweist, was Haus undFeld hervorbringt, und die drei Tage lang nicht abgeräumt wird, ursprünglichein Bild der Fruchtbarkeit und Fülle des kommenden Jahres ist. Erstsekundär ist wohl der Glaube an die Speisung Christi( des Bužikj inMazedonien), der Engel oder der Seelen.

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§ 63. 3. Allerlei Anfangszauber. Um sich einen das ganze Jahrbestimmenden guten Anfang zu sichern, lebten die Alten am 1. Jänn. einer-seits in Saus und Braus, anderseits nahmen sie an diesem Tage für wenigeMinuten das Geschäft in die Hand, dessen guter Verlauf ihnen am Herzenlag. Der Landmann nahm seine Feldgeschäfte vor( Columella XI 2); dieSachwalter gingen vors Gericht( Ovid, Fast. I 165); die Konsuln hielten einekurze Senatssitzung; jeder höhere Beamte nahm für kurze Zeit seinen Amts-stuhl ein( L. Lydus, de mens. IV 4). Die Truppen rückten aus mit allenihren Feldzeichen( ib.); Schriftsteller, Redner, Dichter machten sich in ihremBerufe etwas zu schaffen. Seneca, der ein großer Kaltwasserdoktor war, nahmin der Frühe des 1. Januar ein kaltes Bad( Seneca, epist. XII, 1)... Ausder Kalendenhomilie des Chrysostomus sehen wir, daß alle Handwerker undKaufleute ihre Läden öffneten und großen Wert darauf legten, gerade andiesem Morgen etwas zu verkaufen und es ihren Konkurrenten zuvorzutun...Daß die Frauen ebenso in der Neujahrsnacht auspicandi causa ihre weiblichenBeschäftigungen vornahmen, lehrt die in christlicher Zeit bestehende Sitte,daß im Beichtstuhl an sie die Frage gerichtet zu werden pflegte: Fecisti,quod quidam faciunt in Calendis Januariis, id est in Octava natalis Domini,qui ca sancta nocte filant, nent, consuunt et omne opus quodcunque inciperepossunt, diabolo instigante propter novum annum incipiunt".( Indiculus super-stitionum, bei Grimm, D. M. III 409)" 1.

Wieviel Anfangszauber die Serbokroaten heute noch zu W. üben, wo-von allerdings manches im Mittelalter aus dem Neujahrscharakter des Christ-tags heraus neu entstanden sein kann, ersehen wir aus der im§ 46, P. 8gebrachten Aufstellung: kurzer Beginn männlicher und weib-licher Arbeiten, Geldzählen, reichliches Essen undTrinken, reichliche Vieh fütterung und das Gebot, mit vollenHänden ins Haus zu gehen, bilden die wichtigsten hieher gehörigenFormen. Für die Wichtigkeit des ersten Genußmittels, z. B. des Weinsals Heilmittels gegen Podagra( Lydus, de mens. 4, 8), bietet der skr. Fest-brauch zahlreiche Entsprechungen, s. oben§ 35.

§ 64. 4. Prognostica. Dem antiken Menschen, der zu jeder Zeit aufzufällige Ereignisse, erste Begegnung, atmosphärische Erscheinungen usw.ängstlich achtete, mußten Vorzeichen an der Wende des Jahres doppeltbedeutsam sein. Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit des neuenJahres lasen die Opferschauer an diesem Tage aus den Eingeweiden derOpfertiere. Wiederholt wettern die Kirchenväter gegen das auspiciacaptare an den Januarkalenden. Der Aberglaube, aus dem Wochen-tag, der auf Neujahr trifft, auf Beschaffenheit und Ereignisse des folgendenJahres zu schließen, läßt sich dokumentarisch vom 6. bis zum 18. christlichenJahrhundert belegen und zugleich sehen, wie im Verlauf dieser Zeit dieKalenden durch Weihnachten ersetzt werden. Diesen Aberglauben, der mitder alten Theorie von den Wirkungen der sieben Planeten zusammenhängt

1 Bilfinger, 52.