Druckschrift 
Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124

Vgl.

dreimal Honig lecken und dreimal Wasser schlucken[ SEZb 14, 179].Ein serbisches Sprichwort lautet: Bez treće nema sreće," Aller guten Dingesind drei"( wörtlich:" Ohne das Dritte gibt es kein Glück").aus der Antike die Dreizahl der Horen, Moiren, Eumeniden, Sirenen,Hesperiden, ursprünglich auch der Musen. Der Tote wird am dritten Tagbestattet. Am 3., 9., und 30. Tag nach der Bestattung werden die Totenopferdargebracht. Dreimal wird die Zauberformel ausgesprochen, ebenso großẞ istdie Zahl der Umwandlungen. Dreimal bestreicht oder umschreibt man diekranke Stelle usw.[ Kroll, 37]. Aus dem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum der europäischen Völkerfinden wir bei Sartori eine ungemein große Zahl von Beispielen[ Sart. SB. I30. 115; II 7. 137. 152; III 32. 142. 235. 251].

Hinter der Drei tritt die Neun und die Zwölf zurück. Neunmalwerden um Otok am 23. Dez., dem kokošji badnjak Hühnerweihnachten"die Hühner gefüttert und zwar aus einem Kreis, ohne daß man sie lockt¹.

Die Heiligkeit der Neun( 3 X 3) hängt einerseits mit der Dreizahlzusammen, anderseits mit der neuntägigen altarischen Mondwoche[ Schröder,AR. II 131. 666; Wilke, Kulturbeziehungen, 98, wo viel Lit.]. In denBräuchen alter und neuer Völker spielt diese Zahl eine bedeutsame Rolle.[ Kroll, 38; Sart. SB. I 30; II 65. 152; III 28. 65. 112. 118. 141. 144. 218. 223.229], ebenso in den Märchen und Sagen.

Sieben. Siebenmal schlagen sie mit dem Schulterknochen an dieBienenkörbe und Obstbäume( S. 38).

Ueber die Bedeutung der Zwölften s.§ 17.- In der Mehrzahlder Fälle sind die zwölf Tage nach Weihnachten Lostage für das Wetter desnächsten Jahres, manchmal aber auch die zwölf Tage vorher, also die Zeit vonLucija bis W.; daß die letztgenannten Tage im Hexenglauben eine großeRolle spielen, haben wir oben(§ 10) gesehen. Ueber die Entstehung derzwölf Nächte s. Bilfinger, 19 ff., sowie unten§ 57.

Gerade und ungerade Zahlen: Die Scheu des Volkes vorgeraden Zahlen und der Glaube an die Zauberkraft der ungeraden kommtin den W.- Bräuchen schwächer zum Ausdruck; einen guten Beleg finden wirbei den serb. Zigeunern Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeunern, die zu Neujahr drei, fünf oder sieben Gänseschlachten, auf keinen Fall eine gerade Anzahl 2.

Vergl. die ähnliche Scheu der Serben am Gjurgjev- dan 3, der Bulgarenund der mähr. Walachen 5.

Nach antikem Volksglauben sollte man den Hennen eine ungeradeAnzahl von Eiern unterlegen, die Zahl der Schafe einer Herde sollte ungeradesein. Zu Heilmitteln nahm man stets eine ungerade Anzahl von Beeren,Körnern oder Regenwürmern usw. Die Pythagoreer erklärten die ungeradeZahl für gut und männlich, die gerade für böse und weiblich.[ Kroll, 37].Bei den Ungarn( Palóczen) erhielten die Krieger Pfeile als Grabbeigabe,doch immer in ungerader Zahl.[ Anz. ung. N. Mus. V 26].

§ 48. Rechts- und Links- Zauber. Die Bevorzugung der rechten Körper-seite, die uns bei der Darstellung der Bräuche wiederholt begegnet ist, läßtdarauf schließen, daß man ihr eine besonders glückbringende Kraft zuschreibt.

1 ZbNŽ II 390.- 2 T. Gjorgjević, Cigani Glossar ::: zum Glossareintrag  Cigani, S. 264.3 SEZb 19, 56( Omolj):beim ersten Melken der Schafe besprengt der Hirt nach dem Abmelken desdritten, vierten, siebenten usw. Schafes die Kübel und seine Gehilfin mittelst einesBasilienzweigs mit Georgswasser. Marinov, 125: Milch, mittelst drei, siebenoder neun Löffel( aus Buchsbaum, Esche oder Weißbuche) aus drei, siebenoder neun Häusern gesammelt, ist ein zauberkräftiges Mittel in Fällen vonbösem Blick, Milchzauber, Getreidediebstahl, angezauberter Impotenz usw.;vielleicht spielt die Furcht vor der geraden Zahl auch in der Lika mit, wodas erste Wasser niemals von zwei Frauen allein geholt werden darf: S. Dalm.Magazin, 1867, S. 64 ff.( Lika, Dorf Banija).-5 Niederle, Mor. Val. 789: wenncine gerade Anzahl von Personen bei Tische sitzt, wird einer davon sterben.