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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Rolle im Heilszauber[ Zibrt, Stč. Ob. 248]. Auch dafür, daß der Brauch desBindens abwechselnd an Vater, Mutter und Kindern geübt wird, finden wirschon im J. 1160 eine schlagende Parallele bei Beleth[ cit. nach Mannhardt,BK. 260]: am zweiten Ostertag schlagen die Frauen die Männer, am dritten dieMänner die Frauen auf Füße, Hände und Fingerspitzen quod ob eam remfaciunt, ut ostendunt se mutuo debere corrigere, ne tempore illo alter ab alterutrotheri debitum exigat- also eine christlich- moralische Umdeutung des altenBrauchs.- Parallelen zum Schlag mit der Lebensrute bei Mannhardt, BK. 251 ff.,Schröder, AR. 294 ff., Sart. SB. s. v. Lebensrute.

Für den Glauben an die wohl in dem starken Geruch begründeteapotropäische Wirkung des Knoblauchgenusses finden wir in der Antike[ Kroll, 35] und im heutigen Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum reiche Parallelen[ Sart. II 149; ib. III 77;Hanuš, Kal. 33]. Ebenso ist uns das Salz häufig als Abwehrmittel begegnet,das auch in ausgiebiger Weise besonders in den W.-, Hochzeits- und Toten-bräuchen aller europäischen Völker verwendet wird[ Sart. III 30, 32; ib. I 69.82. 115; ib. I 136. 144. 155].

Der Glaube an die Kraft des Hexenschemels(§ 10), der demwährend der Christmette darauf Stehenden die Gabe verleiht, alle Hexen inder Kirche zu erkennen, ist besonders stark in Kroatien, wo ja noch um1750 Hexenprozesse geführt wurden, und läßt sich bei den Slowenen[ Pajek, 94], in Niederösterreich[ Leeb, Sagen Niederösterreichs, S. 65], beiden Tschechen[ Č. Lid I 500; Hanuš, Kal. 41], Slowaken[ Sb. Mat. Slov. I 172]und Lausitzer Wenden[ Schulenburg, Wend. Volkstum, 126] in verschiedenenVarianten nachweisen. In Deutschland glaubt man die Hexen am Char-freitag[ Cassel, 283] oder in der Johannisnacht[ Sart. III 226] sehen zu können.

§ 46. Analogiezauber. Die gegenständliche Darstellung des gewünschtenErfolges, die wir oben als das Charakteristische für diese Art der Zauber-handlungen bezeichnet haben, die demnach dem Nachahmungstrieb entspringen,wird nicht bis ins einzelne durchgeführt, sondern gewöhnlich nur in naiverWeise angedeutet: z. B. durch Brüllen der Kinder im Stall, damit das Viehniemals ausstirbt, oder durch das Spiel Henne und Küchlein beim Herein-tragen des W.- Strohs. Oft wird der ausgesprochene Wunsch nur mit einerGeberde begleitet.

1. Hochzauber. So bezeichne ich jene Fälle, in denen in gegen-ständlicher Weise der Wunsch ausgedrückt wird, daß Menschen bezw. Tiereoder Pflanzen so und so hoch wachsen mögen. Die Beispiele wurdengrößtenteils schon bei der Schilderung der Bräuche angeführt, ich fasse siehier kurz zusammen und bringe Parallelen außerhalb Serbiens bei: DerBadnjakträger steckt den abgebrochenen Wipfel in die Kesselhänge mit demWunsche, daß alle Getreidearten so hoch wachsen mögen(§ 22). Dasselbetut häufig der Polaženik mit dem mitgebrachten Zweig(§ 14,§ 39). Anders-wo hängt man dessen Opankenriemen für einige Augenblicke an den Haus-balken und äußert einen ähnlichen Wunsch. In Slawonien binden sieihm ein Wergbündel an den Hut, damit der Flachs hoch wachse. Deshalbkönnen wir den mehrfach bezeugten Brauch(§ 39), daß der P. das mit-gebrachte Wergbündel an den oberen Türrahmen oder den Hausbalkenbindet, ebenfalls als Hochzauber auffassen. Manchmal steckt man denBratspieß ins Feld, damit das Getreide so hoch wachse(§ 31).

Hochzauber wird vielfach mit dem am hl. Abend gebrochenen undvom Hausvater unter einem diesbezüglichen Segenswunsch emporgehobenenKuchen geübt 2. In der Landschaft Prigorje zieht man am hl. Abend unterIlić, 101.- 2 SEZb 14, 91( Boljevac); ib. 19, 73( Omolj); ZbNŽ XX144( Varoš): nach dem Abendgebet bricht der Hausvater den Kuchen in zweiHälften, dann hebt er mit noch einem Mann die Kuchenstücke hoch mitden Worten: ,, Wie breit er jetzt ist, so hoch soll er übers Jahr sein."