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Handlungen sind meist von einer Zauberformel begleitet, was mit demprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Glauben an die Kraft des Wortes( Segens und Fluchs) zusammen-hängt. Ueber die Verstärkung der magischen Wirkung durch Wahl von Ortund Zeit sowie durch gewisse Enthaltungen( Fasten, Schweigen) s.§ 51.
§ 45. Uebertragung der Kraft. Alle hiehergehörigen Handlungen fließen,wie bereits angedeutet wurde, aus dem Glauben, daß es möglich ist, dieeinem Dinge innewohnende Kraft oder Eigenschaft auf ein anderes zuübertragen. Der in der vorwissenschaftlichen Denkweise Befangene sieht aberauch dort geheime Kräfte, wo die moderne Wissenschaft keine sieht.
Welches sind nun die vermeintlichen Kraftquellen in den skr. Weih-
nachtsriten?
Wie aus den oben geschilderten Bräuchen hervorgeht, sind fast alleObjekte, die beim W.- Fest eine Rolle spielen, mehr oder weniger mitSegenskraft geladen: das Feuer, der Badnjak, das W.- Stroh, das Bratschweinund alle Speisen und Getränke, das erste Wasser usw. Doch auch Menschenkönnen unter gewissen Bedingungen Segensträger sein: nach meiner Meinungist das der Polaženik. Außerdem treten uns eine Reihe von Riten entgegen,in denen es darauf ankommt, die dem grünen( wenn auch blattlosen) Zweigoder Baum tatsächlich innewohnende Vegetationskraft Mensch und Tier, Hausund Feld zuzuführen und deren Gedeihen dadurch zu fördern.
Wie wird diese Kraftübertragung vollzogen? Je nach der Art derKraftquelle und des empfangenden Objekts ergibt sich eine ziemlich großeMannigfaltigkeit. In den meisten Fällen geht die Kraft durch Berührung,Schlag, Genuß, durch Waschung oder Besprengung sowie durch Räuchernauf das Objekt über.
Bei der Schilderung der Bräuche mit dem Badnjak(§ 21-25) haben wirgesehen, wie man bestrebt ist, die ihm und allen seinen Teilen innewohnendeKraft für Glück und Segen des Hauses zu verwerten: der erste Splitter dientals Mittel zur Verzierung der Kuchen(§ 33); unter die Milchgefäße gelegt,beeinflußt er in günstigem Sinne das Ansetzen des Rahms; man legt ihn aufsBienenhaus, damit er die Schwärme festhält, oder man steckt ihn ins Getreide,mit dem man am hl. Abend den Badnjakčija bestreut. Mit dem Wipfel schlägtman in Bosnien die Haustiere, in eine gespaltene Rute aus demselben stecktman etwas Werg und schmiert damit das Bratenfett über das W.- Schwein(§ 31). Wo der Badnjak angebohrt wird, streut man die Sägespäne vor dieBienenstöcke oder räuchert damit bei schweren Geburten, wohl deshalb, umdie Wöchnerin zu stärken und hemmende Dämonen zu vertreiben. Der aufdem Feuer liegende Stamm gibt von seiner Kraft den Speisen und Gerätenab, die man auf oder neben ihn legt, ferner Menschen und Tieren, die ihn
berühren.
Die Reste(§ 24) vergräbt man in den Ackerboden, legt sie auf Obst-bäume und Bienenstöcke, verfertigt daraus Pflugbestandteile oder legt sie indie Räucherschale. Daraus gefertigte Kreuzlein vermitteln den Segen beliebigviel Objekten. Das Wasser, in das man die Brände legt, wird heil- und zauber-kräftig. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Anbinden des Ochsen an dieBadnjakbrände in der Morača" auch um einen Uebertragungszauber 1.
Die dem W.- Feuer(§ 26) innewohnende Kraft teilt sich denen mit,die darüberspringen oder zwischen den auseinandergelegten Badnjakbränden
1 SEZb 19, 57.