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Da nämlich der Grundwasserspiegel in einigen Dorfteilen kaum 2 m tief liegt,pflegte man früher in dem zirka 150 m unter der Erde gelegenen Küchenboden eineGrube zum Wasserschöpfen anzubringen, die mit einem Holzdeckel verschlossen wurde.Diese primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Art von Brunnen hat sich heute nur mehr in einigen alten Häusernerhalten.
Wenn die Pumpe in der Stallwohnung fehlt, benützt man noch die ursprünglicheVorrichtung, um das Wasser aus der Küche in den Viehtrog zu leiten. An der Küchen-wand neben dem Ziehbrunnen, beziehungsweise der Pumpe ist ein kleines steinernesBecken( bajaset) angebracht, welches das Wasser aufnimmt und durch eine in die Mauergebohrte Öffnung in den Viehtrog befördert.
Während die Küche im Winter fast nirgends benützt wird, bildetsie im Sommer, insbesondere dort, wo die Stallwohnung für dieseJahreszeit verlassen wird, tagsüber den Hauptaufenthaltsort. Allerdingsgilt dies besonders von den neuen oder restaurierten Häusern, wodie Küche heller und geräumiger ist. Wo sie aber noch eng, halb-dunkel und recht ungemütlich gestaltet ist, wird ihr, besonders ankühlen Sommertagen, die Stallwohnung vielfach vorgezogen. Da diese,wie ich bereits ausführte, allem Anschein nach früher die Wohnungfür das ganze Jahr war, so dürfte die Küche ursprünglich nur eineuntergeordnete Rolle gespielt haben. Erst seitdem man begonnenhat, die Stallwohnung für die Sommermonate aufzugeben, rückte dieKüche für diese Jahreszeit immer mehr als» Tagesstube« in denVordergrund und wurde dementsprechend erweitert und wohnlicherausgestaltet.
Dieser Übergang und diese allmälich zunehmende Bedeutung desKüchenraumes läßt sich heute noch ganz gut an Ort und Stelle beob-
achten.
Der Keller( voutá). Die Vorratsräume( pelio).
Aus dem neben der Küche ausgesparten Vorratsraum gelangtman in den Keller, der nach seiner gewölbten Decke>> vouta<<genannt wird.
Entweder liegt dieser auf gleichem Niveau mit der Küche oder es wird der Keller-boden, wenn das Grundwasser sich nicht in großer Tiefe befindet, bis zum Wasserspiegelausgegraben. Einige Stufen geleiten zum Wasser hinab, in welchem die für Butter undKäse bestimmte Milch in großen, runden, kupfernen Becken( peil) gehalten wird.
Fertige Molkereiprodukte pflegt man in der neben der Küche angebrachten Vorrats-kammer( pelio) aufzubewahren, woselbst auch gewöhnlich die Erzeugung von Butter undKäse stattfindet. Im zweiten, meist gegenüber der Küche gelegenen Vorratsraum werdenallerlei Wirtschaftsgeräte untergebracht.
c) Erdgeschoß.Scheune( soley).
Das Erdgeschoß besteht in den meisten Häusern aus der ge-räumigen, zum größten Teil über der Stallwohnung liegenden Scheune( soley) und aus einer oder zwei kleinen Sommerstuben.
In die Scheune gelangt man entweder von draußen durch eingroßes, zu ebener Erde gelegenes Scheunentor oder vom Flur ausauf einer schmalen Steinstiege.