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siedelungen bestand: le Pret, Pierre Rouet, le Crecy, la Rachardière, l'Arbera, la Vincen-dière; die zuletzt genannte, am tiefsten gelegene Ansiedelung galt als Hauptort. Im Laufeder Zeit verfielen aber die erstgenannten fünf Siedelungen und es blieb nur der Hauptort-Vincendière hestehen, der nunmehr das Plural angenommen hat.
Schließlich verdient noch der Weiler Averole wegen seiner bedeutenden Seehöhe( 2035 m), die ihn zu einer der höchsten Siedelungen in den Alpen macht, Erwähnung; 1)hier finden sich die ältesten Häuser der Gemeinde Bessans. Averole, ursprünglich Aberolegenannt, soll nach einer Legende den Namen eines sarazenischen Häuptlings Glossar ::: zum Glossareintrag Häuptlings Beyrolletragen, der sich hier niedergelassen hatte, um die Reisenden zu plündern.
III. Das Haus.
1. Allgemeine Bemerkungen.
Wenn man auch das Haus nicht bloß als ein Ergebnis von Klimaund Bodenbeschaffenheit auffassen darf, sondern auch andere Faktorenbei seiner Untersuchung berücksichtigen soll, so wird man dennochin unserem Falle den Naturbedingungen einen größerenEinfluß zubilligen müssen.
Das rauhe Klima auf einer so großen Seehöhe, die sechs- bissiebenmonatliche Winterdauer, der Mangel an Wald und somitan verfügbarem Holzbaustoff und Heizmaterial schaffen hier schwierigeLebensbedingungen, an die sich die Bessaner auch in ihren Wohn-verhältnissen anpassen müssen. Dies geschieht nun in der Weise,daß hier Menschen und Vieh in einem ungetrennten Raume neben-einander hausen; durch die animalische Wärme der Haustiere unddurch Verwendung von deren Exkrementen zu Heizzwecken wird demHolzmangel einigermaßen abgeholfen
Wir finden also in Bessans die Reste der in Europa ehemals soziemlich allgemein verbreiteten Stallwohnungen, die sich inähnlicher Form auch in einigen anderen Gebieten Frankreichs, fernerin Italien, in Rußland und auf dem Balkan noch bis heuteerhalten haben. Auch das altsächsische Bauernhaus 2) in denNiederlanden, im Rheinland, in Westfalen, Niedersachsen, Branden-burg, Pommern, Schleswig- Holstein war in seiner ursprünglichen Formein Einheitshaus, das Menschen und Vieh in einem ungetrenntenRaume beherbergte. Zur Erhaltung dieser altertün lichen Wohn-type in den erwähnten Gegenden werden wohl die dortigenklimatischen Verhältnisse am meisten beigetragen haben. Jedochdürften auch andere Momente dabei mitgewirkt haben, nur lassensich diese nicht so klar feststellen wie die geographischen Verhält-nisse der betreffenden Gegend, die, wie zum Beispiel in Bessans,auch das Baumaterial, die Dachkonstruktion, die Flur- und die wohn-grubenartige Hausanlage bedingt haben. Denn die Tatsache,daß das Wohngeschoß 1 bis 2 m in die Erde versenkt ist, dürfte, nach
1) Die höchste Siedelung der Alpen ist die schweizerische Gemeinde Juf im Avers-tale( 2133 m). H. Reishauer: Die Alpen. Leipzig 1909.
2) Dr. Willi Peßler: Das altsächsische Bauernhaus in seiner geographischen Ver-breitung. Braunschweig 1906.