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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
Entstehung
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zuvor, im zweiten Flurteil angebrachte Stiege führt in das erhöhte Erdgeschoß, das außerder Scheune einige durch einen Gang miteinander verbundene Stuben enthält, die imSommer von der Familie selbst bewohnt oder auch an Sommerfrischler vermietetwerden. Infolge dieses Zuwachses an Räumlichkeiten im erhöhten Erdgeschoß mußte nundie Scheune bedeutend verkleinert werden.( Taf. III, Fig. 1, f.)

Wenn also dieser jüngste Haustypus auch so manche Neuerung aufweist,so gilt dies doch hauptsächlich von den oberen Geschossen; hingegen hat das erweiterteKellergeschoß eigentlich keine durchgreifende Änderung erfahren und im großen undganzen die altertümliche Anlage bis heute bewahrt.

Die Häuser dieses jüngsten Typus treten vorderhand nur vereinzelt auf( etwa5% der gesamten Häuserzahl in Bessans).

b) Das Kellergeschoß.

Bauart.

Bevor die einzelnen Räumlichkeiten geschildert werden, sei hiereiniges über die zum großen Teil noch primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Konstruktion desKellergeschosses vorausgeschickt.

Der Fußboden des Kellergeschosses war ursprünglich nur aus gestampftemLehm hergestellt oder mit großen Steinplatten belegt, wie dies im Küchenraum auchheute noch durchwegs der Fall ist. Hingegen findet man gegenwärtig in den meistenHäusern den vom Menschen bewohnten Teil der Stallwohnung bereits gedielt.

Während in den übrigen tiefer gelegenen Gemeinden der Hohen Maurienne einSteingewölbe die Decke des Kellergeschosses bildet, ist sie in Bessans aus Holz her-gestellt und flach. In den Häusern, in welchen die Scheune über der Stallwohnung liegt,ist die Decke nur einfach; denn das unmittelbar auf die Scheunendiele aufgeschichteteHeu schützt gewissermaßen vor dem Eindringen der Kälte. Nur in den jüngst erbautenHäusern, in denen nicht mehr die Scheune, sondern die Sommerstuben über der Stall-wohnung zu liegen kommen, ist die Deckenlage doppelt und der Zwischenraum wird miteiner Moosschichte und Holzspänen ausgefüllt.

Die Decke( solom) ist in den meisten Häusern noch derart gebaut, daß die Decken-bretter auf zweierlei Arten von Deckenbalken ruhen, die abwechselnd im Abstand von75 cm parallel zum Giebel verlaufen. Die einen dieser Balken( solje) sind gehobelt undin die Decke eingenutet, die anderen( tra) sind rohe Lärchenstämme und stehen unter derDecke gänzlich vor.

In alten Häusern folgen gewöhnlich auf einen solje zwei tra, und diese letzteren, fürwelche mächtige Lärchenstämme verwendet werden, gestalten an den betreffenden Stellenden Raum so niedrig, daß ein normal gewachsener Mensch sich nur gebückt dort auf-halten kann,

Diesėm scheinbar ganz altertümlichen Deckenbau soll nach übereinstimmenden Aus-sagen der Bessaner ein noch älterer vorangegangen sein Bei diesem soll die Decke nichtaus Brettern, sondern aus großen Schieferplatten bestanden haben, die ausschließlich vonmächtigen Deckenbalken( tra) getragen wurden.

Die Wände des Kellergeschosses sind noch fast überall aus ungetünchtem Steinund nur in der Stallwohnung ist die Wand, an der sich die Fenster befinden, häufiggezimmert. In den neuesten Häusern pflegt man bereits den ganzen von Menschen be-wohnten Teil der Stallwohnung zu täfeln.

Obwohl die Mehrzahl der Fenster in den letzten Dezennien nach Größe und Ein-teilung modernisiert worden ist, trifft man hier doch noch öfters die altertümliche kleine,schießschartenförmig verlaufende Lichtöffnung an. Mit Rücksicht auf die Fenstersteuerwurde früher selbst der Hauptraum, die Stallwohnung, von nur einem solchen Fenstererhellt. Man machte dasselbe so klein nicht nur, um das kostspielige Glas zu ersparen,sondern auch um das Eindringen der Kälte tunlichst zu verhindern. Aus demselbenGrunde ist auch heute noch das Fenster in einem Bessaner Hause zum Öffnen nicht ein-