Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde48 (1943) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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48 (1943) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Tanzunterhaltung üblichen Kehraus meist einem Schlußwalzeroder einer Polka insofern, als er hier im wörtlichen Sinne ver-standen, also in die Tat umgesezt wird: der Auskehrer, nämlich derMann mit dem Besen, kehrt das Bettlmandl und Bettlweibl, dienach dem Abtanz der anderen zurückgeblieben sind, hinaus. Anklin-gend daran finden wir im Auſſeer Gebiet 8), ferner im ſalzburgischenFlachgau und in Unken') den Brauch, als Abschluß einer Tanzunter-Haltung den Polſterltanz, auch Kehraus genannt, zu tanzen, wobei,wenn sich der Kreis der Tanzenden bereits gelichtet hat, einer der nichtmehr Beteiligten einen Beſen hereinbringt, zu beiden Seiten die Über-gebliebenen auseinanderfegt, in den Kreis eintritt und von dort denKehraus in wahrſtem Sinne des Wortes macht.

Bettlmandl und Bettſweibl gemahnen wiederum an den Låp unddie Lappin im Zuge der Schönperchten und an die uralten salzburgischen Brauchtumsgestalten Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsgestalten der Brotperchten", die zu den schiachen"gehörend, zwischen Weihnacht und Lichtmeß von Haus zu Hausziehen 10). Immer sind dies zwei Männer, der eine jedoch als Frauverkleidet, mit Masken vorm Gesicht und möglichst zerlumptem Ge-wand. Im Gegensatz zu allen übrigen weiblichen Typen im Achteltanz,die von Frauen getanzt werden, wird allein das Bettlweibl von einemManne dargestellt, der eine Frauenmaske vorgebunden hat undFrauenkleidung trägt, die alt und zerlumpt ſein ſoll; er bewegt sich ingebückter Haltung und hat oſt einen künstlichen Höcker.

Wenn nun Karl Horak in Erfahrung bringen konnte, daß derAgattanz früher nur von Burschen getanzt wurde, so wäre es immer-hin möglich, daß den Achteltanz ursprünglich ebenfalls nur Männerausführten. Das von einem Manne getanzte Beitlweibl könnte alsowohl einen Überrest aus jener Zeit darstellen, da sämtliche Geſtaltendieses Tanzes von Männern wiedergegeben wurden.

Und der Mohr Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohr? Wie kommen Salzburger Bauern zur Geſtalteines Mohren Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohren? Zur Erklärung dieser Gestalt müßte man weit zurück-greifen. Ihr Ursprung könnte im Mittelalter liegen. Damals warnämlich in ganz Deutschland der Moriskentanz" verbreitet, die Moriska oder Moreska", ein Tanz, der von Männern mit ruß-geschwärzten Gesichtern, also von Mohren Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohren" getanzt wurde. PhillippM. Halm berichtet darüber: Die Moriska: ein Tanz, der im Mittel-

8) Nach einer freundl. Mitteilung Prof. 3oders, 1941.

9) Dies berichteten mir Johann Hofbauer in Henndorf, Ostern 1941und Simon Posch in Unken, Ostern 1943.

10) Lager- Peter, a. a. D., S. 19.