Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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diesem Themenbereich, wie Utz Jeggle es angeregt hat, und das Bewußtmachen,daß der Komplex Körperlichkeit auch für die Volkskunde mehr bietet als die oftschamhaft verdrängten Aspekte der Sexualität, die jedoch sicher auch noch genauerin ihrem Kontext, ihrer Wandlung zu untersuchen wären.

Eva Kausel

Vergleichende Keramikforschung in Mittel- und Osteuropa, Referate des 14. Inter-nationalen Hafnerei- Symposiums vom 7. bis 11. September 1981 im Ethnographi-schen Museum Schloß Kittsee. Hrsg. von Klaus Beitl, Red. GertraudLiesenfeld(= Kittseer Schriften zur Volkskunde, Veröffentlichungen desEthnographischen Museums Schloß Kittsee, Heft 2). kl. 8°. 271 Seiten mit8 Grafiken, 50 Abbildungen auf 32 Tafeln und 3 Karten. Selbstverlag des Öster-reichischen Museums für Volkskunde/ Ethnographisches Museum Schloß Kittsee,Kittsee 1984.

Es ist überaus zu begrüßen, daß die bei einem Hafnerei- Symposion gehaltenenVorträge wiederum in einem Sammelband zusammengefaßt veröffentlicht wer-den.*) Dafür ist dem Herausgeber der, Kittseer Schriften zur Volkskunde, HerrnKollegen Klaus Beitl, besonders zu danken und auch herzlich zu gratulieren. DieVeröffentlichung enthält die Texte der 20 gehaltenen Referate, einige von ihnen nurin Kurzform, die überwiegende Zahl aber umfaßt gut ausgearbeitete Beiträge mitLiteraturangaben, die in acht Fällen noch durch die Beigabe von Illustrationen er-gänzt werden. Wie bei jeder Studienveranstaltung gibt es auch hier Beiträge ver-schiedener Gewichtigkeit, wobei allerdings ein diesbezügliches Urteil auch von derpersönlichen Orientierung des Rezensenten mitbestimmt erscheint. Im folgendennenne ich jene Referate, von denen ich glaube, daß sie neues Material aufschließenund so auch für die weitere Keramikforschung wichtige Anstöße vermitteln. So brin-gen die Ausführungen von I. Bauer wichtige Materialien zur Steinzeug- und Porzel-lanproduktion in Süddeutschland. Aus der Reihe der auf Osteuropa bezüglichenBeiträge sind zu nennen: E. S. Cserey über die Entwicklung des Kachelofens inUngarn im 15. bis 17. Jahrhundert", dann C. Irimie über Alter, Kontinuität undEinheit in Technik, Form und Dekor der rumänischen Volkskeramik", weitersH. Klusch, die siebenbürgische kobaltblaue Keramik", I. Moise über,, Keramikgegenstände im Kontext traditioneller Volksbräuche in Rumänien undE. István, Kacheln aus der Sammlung des Ethnographischen Museums inBudapest". Sehr zu beachten ist weiters die Zusammenstellung von D. Popa überdie ,, Bodenmarken der frühfeudalen Keramik in Rumänien mit ihrem Anschluß anähnliche Vorkommen in Mitteleuropa. Brauchtumsmäßig Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtumsmäßig interessant sind die vonP. Nagybákay vorgelegten Einberufungstafeln der Hafnerzünfte in Ungarn undSiebenbürgen". Die Übersicht von M. Kresz über die Donau als Handelsweg fürdie Hafnerware könnte noch in mancher Hinsicht ergänzt werden, wobei vor

*) 9. Internationales Hafnerei- Symposion. Die Referate des 9. IHS 1976 inFrechen. Hrsg. von Karl Göbels und Heinrich Schnitzer. Frechen 1977, 179 Seiten.Schwarzgeschirr im Rahmen der volkstümlichen Keramik- Berichte und Refera-te des 13. Internationalen Hafnerei- Symposions( in) Sibiu/ Paltinis 1980. Red. HorstKlusch. Sibiu( Rumänien) 1981, 305 Seiten mit 32 Tafeln( Deutsch/ Rumänisch).

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