Jahrgang 
87 (1984) / N.S. 38
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Literatur der Volkskunde

Magyar Néprajzi Lexikon. Főszerkesztő Ortutay Gyula.

5 Bände mit insgesamt 3571 Seiten und zahlreichen Abb. im Text und auf Tafeln.Budapest: Akadémiai Kiadó, 1977-1982.

Genau vierzig Jahre nach dem letzten Teil des vierbändigen Werkes AMagyarság Néprajza", an dem u. a. Zs. Bátky, I. Györffy, Z. Kodály, E. Schwartzund K. Viski mitgearbeitet hatten, erschien der erste Band eines völlig neu er-arbeiteten Ungarischen Volkskunde- Lexikons. Leopold Schmidt hat ihn 1978( ÖZV XXXII/ 81, Heft 3, S. 230) besprochen und die große wissenschaftlicheBedeutung hervorgehoben. Trotz des 1978 erfolgten Todes des Initiators und Her-ausgebers Gyula Ortutay ist zwischen 1979 und 1982 jährlich ein weiterer Bandpubliziert worden- eine bewundernswerte Leistung der Redaktion und der Verfas-ser der einzelnen Artikel( an die hundert ungarische Volkskundler waren beteiligt,so daß man mit gutem Recht von einer repräsentativen Gemeinschaftsarbeit der inunserem Nachbarland auf dem Gebiet der Volkskunde tätigen Wissenschaftersprechen kann). Diese über 8000 Artikel spiegeln den hohen Stand der Forschungwider, insbesondere in Bereichen des volkskundlichen Kanons; unter ihnen findensich zudem biographische Beiträge über bereits verstorbene, aber auch noch lebendeungarische bzw. in Ungarn geborene Volkskundler. Jedes Stichwort ist selbstver-ständlich mit entsprechenden Literaturangaben versehen, welche auch denjenigenweiterzuhelfen vermögen, die der ungarischen Sprache nicht mächtig sind: Mit Hilfeeines entsprechenden Wörterbuches wird man ohne große Schwierigkeiten dieArtikel aufspüren, welche man- etwa für eine vergleichbare Forschung- benötigt,um dann von den Abbildungen( insgesamt ca. 5000) und der weiterführendenLiteratur zu profitieren. Ein Beispiel: Will jemand über die Entwicklung desDreschens und der Dreschgeräte in Ostösterreich arbeiten, so kann er Ergebnisseder ungarischen Forschung nicht vernachlässigen. Daß Dreschflegel csép" heißt, istleicht zu eruieren; unter diesem Stichwort findet man dann Zeichnungen, Fotossowie Hinweise auf sich mit diesem Gebiet beschäftigende wissenschaftlicheArbeiten. Dennoch wäre natürlich für unsere Zwecke eine deutschsprachige( viel-

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