Abgestaubt
54. Jahrgang
Ostereier in neuen NesternEin Projekt zur Reinigungund Digitalisierung
der Ostereiersammlung
Im Volkskundemuseum Wien befinden sichzwei umfangreiche Ostereiersammlungen.Im Hauptinventar sind derzeit ca. 3.000Stücke verzeichnet. Dieser Bestand wirdimmer wieder erweitert. Das erste Ostereiwurde 1895, also bereits im Gründungsjahrdes Volkskundemuseums, aufgenommen.Es hat die Inventarnummer ÖMV/ 115 undstammt aus Mähren. Die frühesten Datie-rungen sind auf einem bemalten Holzei( 1806) und einem Hühnerei( 1896) zu finden.Abgeschlossen sind hingegen die Erwer-bungen des Ethnographischen MuseumSchloss Kittsee, einer ehemaligen Außen-stelle des Volkskundemuseums. Viele derseit 1977 dort gesammelten Ostereier undÖsterlichen Bastelarbeiten fertigten künst-lerisch begabte Laien und Schulkinder an.Nach der Schließung im Jahr 2008 wurdendiese in die Sammlungen des Volkskun-
demuseums eingegliedert, der eigeneNummernkreis mit ca. 2.100 Objekten aberbeibehalten.
Der überwiegende Teil der Ostereier-sammlung des Volkskundemuseums stammtaus den Gebieten der Habsburgermonar-chie, hier besonders aus Mähren. Bei denhistorischen Ostereiern handelt es sichdurchwegs nicht um ausgeblasene Eier.Sie wurden roh bzw. mehr oder wenigergekocht verziert und verschenkt. Es warnicht üblich, die Eier auszublasen. Dasbedeutet eine große Herausforderung fürdie Archivierung der Objekte, die zurzeitunter der Leitung von Monika Maislinger,der Restauratorin des Museums, gesichtet,gereinigt und digitalisiert werden.
Die Reinigung der filigranen Stückeerfolgte durch die angehende RestauratorinAnett Beckmann. Das war eine zwar inte-ressante, teilweise aber auch schmutzigeAngelegenheit, wenn verrottete Dotterresteaus den zersprungenen Eischalen entferntwerden mussten. Monika Maislinger fandgemeinsam mit der Museumsmitarbeite-rin Barbara Varga durch Recherchen und
Ein Blick in die Ostereier- Sammlung.
Fotos: Monika Maislinger Volkskundemuseum Wien
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