Das Museum als USEum
54. Jahrgang
,, Wir hatten ein Mosterlebnis
- ein gutes"
Die Most- Jungs von der GeSOKSim Gespräch
GeSOKS steht für Gesellschaft fürStreuobstkulturen und Supplementäres.Was steckt dahinter und wie kamt Ihrauf diesen Namen?
Reinhold: Wir haben im FreundeskreisMostverkostungen veranstaltet, aus Juxund Tollerei. Die sind sehr gut angekommen,so dass wir schließlich GeSOKS als gemein-nützigen Verein gegründet haben. EinVerein braucht natürlich einen Namen,da sind wir auf Gesellschaft für Streuobst-kulturen gekommen. Aber für die AbkürzungGeSOKS fehlt noch ein bisschen etwas.Was passt da? Das Supplementäre, das kannalles miteinbeziehen, das gibt einen großenSpielraum. Wir denken dabei natürlichauch an den Poststrukturalismus, hier istdas sogenannte„ supplement" ein terminustechnicus. Supplementäres jedenfalls istirrsinnig praktisch, man kann darunter soviel subsumieren.
Markus:„ Supplementäres" schließt auchden Gedanken an Kooperationen ein. Moststeht nicht alleine, wir haben immer etwasSupplementäres oder Ergänzendes.
Wo habt Ihr die ersten Mostveranstaltun-gen gemacht?
Markus: Am Anfang hatten wir noch keinenfesten Ort, wir sind als Verein ziemlich vielherumgesprungen.
Reinhold: Von Ateliers über Off- Spacesbis hin zu einer privaten Fahrradwerkstatt.Für mich ein Highlight war, zwischen Hoch-rädern und Fahrradteilen Most zu verkos-ten. Um nicht nur retrospektiv zu sprechen,
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sondern auch prospektiv: Das nächsteSupplement wird Soja sein. Am 19. Juni istdas Soja'n'Most- Fest hier im Haus.
Wie seid Ihr auf den Most gekommen?Markus: Wir sind beide aus Oberöster-reich, eine typische Mostgegend. Da gibtes Bauern, die immer schon Most und Saftgemacht haben. Eigentlich war der Mostimmer da, ohne dass wir ihn jemals inirgendeiner Weise gewürdigt hätten. Als wirbegonnen haben, Alkohol zu trinken, wardas nicht Most, jedenfalls nicht bewusst.Aus Qualitätsgründen.
Denn Most hat keinen sonderlich gutenRuf, oder?
Reinhold: Genau, was wir als Jugendlichekosten durften, das hat wirklich gereicht.No go.
Markus: Wir hatten dann beide unabhängigvoneinander noch einmal Most gekostet.Wir haben uns getroffen und uns gegen-seitig erzählt, dass wir ein Mosterlebnishatten ein gutes. Das war ein richtigesErweckungserlebnis, eine Entdeckung. Wirhaben angefangen, einen wirklich gutenMost zu suchen. Irgendwann haben wireinen Most- Sommelier- Lehrgang gemacht.Der wird vom LFI angeboten. Wir sind fleißigin die Steiermark gefahren und haben dorteinen Einblick bekommen, von der Most-produktion bis zur Mostvermarktung. Es isttatsächlich sehr schwierig, guten Most zuerzeugen. Most ist sehr anfällig für Fehler.Und das ist natürlich auch der Grund,warum wir davor so schlechte Mosterfah-rungen hatten. Gleichzeitig ist es das, wasuns interessiert: Diese ganzen Techniken,die Streuobstkulturen. Im 19. Jahrhundertgab es sehr viel Wissen, es ist viel Mostproduziert und auch exportiert worden.Es gab einen hohen Standard an Wissen