Ausstellungen
heimat: machen
Das Volkskundemuseum in Wienzwischen Alltag und Politik
18.10.2017 bis 11.3.2018
Was haben ,, Volkskultur" und„ Heimat"mit Stadt zu tun?
Wer nutzt ,, Heimat" für seine oder ihreInteressen und wie spielen Volkskunde,Museum und Politik in der Produktionvon ,, Heimat" zusammen?
Museumsbestände sind Zeugnisseeiner spezifischen Museumsgeschichte.Seit 1917 befindet sich das Volkskunde-museum im Barockpalais Schönborn im8. Wiener Gemeindebezirk. Die Ausstellungheimat: machen nimmt die 100- jährigeNutzung des Hauses als Museum zumAnlass, um über die eigene Geschichte,über Positionierungen und Handlungenim Namen von„ Volkstum" und„ Heimat"zu reflektieren.
Sie schenkt dabei den historischenund mehrfach codierten Räumenund besonders den Sammlungen desVolkskundemuseums Aufmerksamkeitund unternimmt so neue Wege in derDarstellung einer Institution und ihrerEntwicklung. Sie erkundet die Beziehun-gen zwischen Museum und Stadt, zeigtmuseale Praktiken im Kontext( kultur-)politischer Entwicklungen und platziertdie Institution inmitten wissenschaftlicher,kultureller, sozialer und auch wirtschaftli-cher Strömungen.
Unter dem Schlagwort USEum beziehtdie Ausstellung auch die NutzerInnendes Museums mit ein und thematisiertdie vielseitige Nutzung des Hauses.
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52. Jahrgang
heimat: machen
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Die Zwischenkriegszeit und hier vor allemdie 1930er- Jahre als lange nachwirkendePeriode in der Geschichte Österreichsund seiner Bundeshauptstadt bilden denAusgangspunkt für die Ausstellung überdas Volkskundemuseum in Wien. In dieserfür„ Volkskultur" dynamischen Zeit ver-dichteten sich Entwicklungen, Praktikenund Netzwerke, die maßgeblich an dergroßstädtischen Gestaltung von„ Heimat"gerade auch im Roten Wien- beteiligtwaren. Das Volkskundemuseum spieltedabei eine zentrale Rolle und entwickeltesich in einer äußerst spannungsgeladenenund von vielen als krisenhaft wahrge-nommenen Zeit zu einer nachgefragtenstädtischen und auch nationalen Deutungs-agentur für das„ Eigene". Über Trachtund Trachtenberatung, Krippe und Krippen-spiel, Volkslied und Volkstanz versuchtenPolitik wie Wissenschaft ein Bedürfnisnach„ Heimat zu befriedigen und„ Heimat"aktiv zu gestalten. Mit neuen Präsenta-tions- und Vermittlungsformaten, durchKooperationen mit anderen volkskulturellengagierten Gruppen und Institutionenorientierten sich das Museum und seineAkteurInnen an den Herausforderungenihrer Gegenwart.
Im Austrofaschismus waren Volks-kundlerInnen maßgeblich an der vonder Politik gewünschten Homogenisierungund Standardisierung von„ österreichi-scher", respektive„ deutscher Volkskultur"beteiligt und profitierten vielfach vonden veränderten politischen Bedingungen.Im Nationalsozialismus erfuhr das Museumeine neuerliche Aufwertung, seineAkteurInnen zogen Vorteile aus den Macht-strukturen des NS- Regimes, nicht zuletztim Rahmen des Kunstraubs im Auftrag