Heft 
57 (2022) 4
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Schaufenster

57. Jahrgang

Ein Museum- ein Objekt

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eine Erzählung

Virtuelle Galerie zurNS- Provenienzforschungund Restitution inÖsterreichischen Museen,Sammlungen und Bibliotheken

Wem gehörten Dinge bevor sie ins Museumkamen? Unter welchen Umständen wurdendiese Dinge erworben? Wurden sie mögli-cherweise unrechtmäßig erworben?Mit solchen Fragen setzt sich die Proveni-enzforschung auseinander. Im Fokus sindObjekte, die in einem kolonialistischenZusammenhang in eine Sammlung kamen,und Objekte, die in einem NS- Zusammen-hang stehen, die also vor 1945 entstandenund seit 1933 inventarisiert wurden.

Sehr oft befinden sich auch heute nochObjekte in öffentlichem( aber auch in pri-vatem) Besitz, die während des NS- Regimesunter ihrem Wert erworben, abgepresstoder enteignet wurden. Dieses Unrecht wardurch die NS- Gesetzgebung gedeckt. DieEigentümer* innen der Objekte wurden vomNS- Regime beraubt, verfolgt, vertrieben,eingesperrt, gefoltert und ermordet.

Im Dezember 1998 wurden NS- Pro-venienzforschung und die Rückgabe derObjekte auf Bundesebene im Kunstrückga-begesetz( KRG) geregelt. 2023 jährt sich derErlass dieses Gesetzes zum 25. Mal. Überdie Ergebnisse der NS- Provenienzforschungim privatrechtlichen VolkskundemuseumWien, wo sie seit 2015 im Sinne des KRGdurchgeführt wird, wurde in den vergange-nen Ausgaben regelmäßig berichtet.

Im Herbst 2021 haben wir uns an jeneInstitutionen gewandt, die seit 1998 gesetz-lich dazu verpflichtet sind, NS- Provenienz-

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forschung zu betreiben, sowie an jene, diefreiwillig gemäß dem KRG mit der Kommis-sion für Provenienzforschung zusammenar-beitet. Anlässlich des 25jährigen Bestehensim kommenden Jahr haben wir sie einge-laden, sich mit einem Beitrag am Projekt Ein Museum- ein Objekt- eine Erzählung"zu beteiligen.

Wir freuen uns, dass die meistenInstitutionen unserer Einladung gefolgt sind.Ab 13. Jänner werden die eingebrachtenBeiträge und ein eigener Beitrag des Volks-kundemuseums in einer virtuellen Galerieauf unserer Website präsentiert. Dadurchsoll die NS- Provenienzforschungs- undRestitutionspraxis in Österreich auch indieser Form sichtbarer und nachvollzieh-barer werden. Die virtuelle Galerie sollzum Diskutieren, Nach- und Weiterdenkenanregen, auch hinsichtlich gesellschaftlicherund kultureller Ziel- und Wertsetzungen.Die virtuelle Galerie ist Teil einesumfangreicheren Projekts zur NS- Pro-venienzforschung und Restitutionspraxisam Volkskundemuseum Wien. Im Zentrumsteht eine Ausstellung, die am 21. April 2023eröffnen wird.

Maria Raid, Kathrin Pallestrang,

Magdalena Puchberger und Claudia Spring