Heft 
57 (2022) 4
Seite
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57. Jahrgang

Digitalisierung und Archivierungder Dauerausstellung desVolkskundemuseum Wiensowie der InterventionDie Küsten Österreichs

Die Dauerausstellung des Volkskunde-museum Wien wurde 1994 eröffnet undgibt Einblicke in die umfangreichen volks-kundlichen Sammlungen des Museums.2018 wurde diese von externen Kura-tor* innen im Rahmen der Intervention DieKüsten Österreichs um Objekte der Fluchterweitert. Mit der Renovierung und demUmbau des Museums Anfang 2024 wird esbeide Ausstellungen in dieser Form nichtmehr geben. Die Ausstellungsfläche wirdvom Erdgeschoss ins Obergeschoss verlegt,wo unterschiedliche Objekte der ethno-logischen Sammlung zu verschiedenenSchwerpunkten befragt und kontextualisiert

werden.

Um die Arbeit vorangegangener Gene-rationen zu dokumentieren und weiterhinniederschwellig öffentlich zugänglich zumachen, sollen die Ausstellung und derenRäumlichkeiten digitalisiert und somit archi-viert werden.

Erstellt wurde eine virtuelle 360 GradTour, in der final die aktuellen Audiotourenvom Hörgang( audio.volkskundemuseum.at),3D Scans der Objekte und hochauflösendeBilder der Gemälde und Objekte mit einerKurzbeschreibung zu finden sind.

Bereits jetzt ist es möglich, digital durchdas Museum zu wandern( im.volkskunde-museum.at). Noch steht die Implemen-tierung ausgewählter 3D Objekte und derBilder am Anfang. Bis zur Schließung desHauses 2024 soll der Rundgang mit sämt-lichen Objekten der Ausstellung und den

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dazugehörigen Beschreibungen ausgestat-tet werden. Die ausgewählten zu digitalisie-renden Objekte werden vor dem Scannenkonservatorisch gereinigt, das geschiehtparallel zur Umsiedlung in das Depot desMuseums.

Während der physischen Schließzeitdes Museums kann die virtuelle Ausstellungin der Kulturvermittlung für verschiedeneVermittlungsprogramme genutzt werden.Nutzer* innen können gemeinsam mit denVermittler* innen live verschiedene Tourenerleben. Eine Teilnahme an dieser Tour istsowohl vom Desktop- als auch von Mobilge-räten aus möglich.

Was ist überhaupt ein 3D Scan? Es han-delt sich um einen kontaktlosen Prozess,bei dem die dreidimensionalen, räumlichenDaten eines Gegenstandes oder einesOrtes digital erfasst werden. Dies bietet dieMöglichkeit, physische Objekte in einemdigitalen Raum in hoher Auflösung detail-getreu nachzubilden.

Hierfür gibt es zwei Methoden, diebei uns zum Einsatz kommen: mittels3D Hand Scanner und mittels Spiegel-reflexkamera per Photogrammetrie.Je nach Verwendungszweck und Beschaf-fenheit eines Gegenstands entscheidetsich, welches Scanverfahren angewendetwird.

Der 3D Hand Scanner ist ein tragbarerWeißlichtscanner. Während des Aufnahme-prozesses projiziert er ein Streifenmusterauf die Objektoberfläche und erfasst dieStrahlenreflexionen durch die Sensorenseiner Kamera. Dadurch wird die Geo-metrie des Objekts abgetastet. Paralleldazu werden mit der zweiten Kamera dieOberflächenstruktur( Textur) aufgenommen,die anschließend mit dem Geometriescanzusammengefügt werden. So entstehtschnell ein exaktes digitales Abbild eines