Die zahlreichen Illustrationen und Ausschmückungen der Blätter inden Alben des Volkskundemuseums gewähren Einblick in dasRepertoire der nun mehr und mehr von den Eintragenden- Män-nern wie Frauen- selbst angefertigten Bildbeigaben dieser Zeit. Nurwenige Alben sind gänzlich schmucklos geblieben und bilden dieAusnahme. Die Qualität des Bildschmucks reicht dabei von höchstbegabt bis dilettantisch bemüht. Am häufigsten zieren Aquarelleund Gouachen sowie Bleistift- und Tuschzeichnungen die Einträge.Landschafts- und Architekturdarstellungen mit Häusern, Ruinen undKirchen gehörten weiter zum Repertoire der Zeit. Einzelbelege gibt esfür Stickereien aus Seidenfäden, Haaren und Perlen auf Papier, Seide,Stramin oder Papierkanevas, also gelochtem Karton. Der Handel hieltzahlreiche handkolorierte Vorlagen dafür bereit. Zu den führendenVerlegern gehörten in Wien beispielsweise die Kunsthandlungen,, Müller" am Kohlmarkt und„ Eder" am Graben, von denen dasMuseum ebenfalls Vorlageblätter in seinen Sammlungen aufbewahrt.Hervorzuheben sind die Motive in der Technik der Nadelmalerei, beiwelchen derart sorgfältig gearbeitet wurde, dass sich die Vorderseitenicht von der Rückseite unterscheiden lässt.
Die Beigabe von menschlichem Haar in Form von Locken oderHaarkränzchen sowie Albumblätter mit Haarstickereien stellten sehrpersönliche Andenken dar und waren seit Anfang des 19. Jahrhun-derts in Stammbüchern verbreitet.
Haar- Andenken,
datiert 1844ÖMV 68.518
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