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Denk an mich! : Stammbücher und Poesiealben aus zwei Jahrhunderten ; [im Österreichischen Museum für Volkskunde ; Katalog zur Ausstellung ..., 5. Mai bis 22. November 2015]
Entstehung
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darin um ewiges Andenken gebeten. Gleichzeitig waren die Erinne-rungsblätter ein willkommener Seelentröster bei Abschied undWehmut.

Im Biedermeier erlangten die Bücher und Alben eine neuerlicheBlütezeit und ihren repräsentativen Höhepunkt. Dabei entwickeltensie ihren eigenen, den Konventionen der Zeit angepassten Reiz, dernicht mit den akademisch- humanistischen Stammbüchern dervergangenen Jahrhunderte verglichen werden sollte. Das Repertoireder verwendeten Verse und die Ikonografie des Blattschmucks hattensich bereits im vergangenen Jahrhundert herausgebildet und wurdendanach bis weit in das 19. Jahrhundert hinein tradiert. Die Alben derBiedermeierzeit- chronologisch setzt kurz davor der Bestand imVolkskundemuseum ein- dürfen somit nicht nur im Lichte jenerPeriode gesehen werden, die mit dem Wiener Kongress 1815 eingelei-tet wurde und in den Jahren nach 1848 endete.

Von den Männern wurden Stammbücher bis etwa zur Mitte des19. Jahrhunderts weitergeführt. Die Studentenalben fungierten dabeiimmer weniger als Referenzwerke, sondern wandelten sich zu Erinne-rungsbüchern des geselligen Studentenlebens, in denen die Burschen-herrlichkeit gepriesen wurde. Derbe Scherze sowie Darstellungenvon Duellen, Trinkgelagen und Erotik durften dabei nicht fehlen.Das konnte aus Vorsicht zur parallelen Verwendung von zwei Albenführen. Eines blieb für die Einträge der Gelehrten oder andererwichtiger Persönlichkeiten reserviert, während im zweiten die derbenScherze der Kommilitonen ohne moralische Bedenken Platz fanden.²Vor allem für die Illustrationen der Studentenalben waren bis zumEnde des 18. Jahrhunderts weiterhin professionelle Künstler imEinsatz.³ Latein und Griechisch kamen außer Gebrauch. Die deut-sche Sprache und die Werke zeitgenössischer Dichter hielten Einzugin die Stammbuchverse, wodurch der Zugang für eine breitereBenutzerschicht vorbereitet wurde.

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2 Füssel, 2011, S. 1413 Füssel, 2011, S. 139-141