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Volkskundliches aus Italien : Österreichisches Museums für Volkskunde, Schloßmuseum Gobelsburg, Sonderausstellung ; Katalog
Entstehung
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EINLEITUNG

Die Sonderausstellung" Volkskundliches aus Italien" ist im we-sentlichen aus Teilen von geschlossenen Kollektionen aufgebaut,die in dem relativ kurzen Zeitraum zwischen 1905 und 1926 aufForschungsreisen erworben werden konnten. Es waren nur einigewenige interessierte Personen, die beigetragen haben, denfrühen Museumsbestand zu vermehren. Als erster hat MichaelHaberlandt um 1905 begonnen, Zeugnisse italienischer Volkskulturaufzusammeln. Er hatte einen Teil seiner Kindheit in Görz ver-bracht, fühlte sich mit Italien verbunden und hat später mehr-fach Forschungsreisen dorthin unternommen. Das Museum verdanktihm die Bestände aus Friaul, aus Krain und dem ehemals österrei-chischen Küstenland, aus Istrien, Grado, Abbazia und der InselCherso. Schon einige Jahre später, um 1912 setzte Arthur Haber-landt das Sammelwerk seines Vaters fort%; er hat den Norden Ita-liens bereist, aber auch den Süden, wie Syrakus, Taormina, dieInsel Lesina erforscht. Die Aufsammlungen von Michael und Ar-thur Haberlandt und die der folgenden Wissenschafter bildetenschon früh die Grundlage für die erste Gesamtdarstellung dereuropäischen Volkskunde in Georg Buschan's Illustrierter Völker-kunde 1). Um 1909 herum war Rudolf Trebitsch, der Sohn einesWiener Seidenfabrikanten und Schüler Michael Haberlandts, inder römischen Campagna und hat von dort unter anderem denKomplex von Landmöbel mit nach Wien gebracht. 1922 folgteEugenie Goldstern mit einer Wanderung durch das Aostatal, dieGebirgsgegend von Piemont%; B von hier stammen die ganz typischengedrehten Holzgefäße. Zuletzt ist noch Emmerich Prettenhoferzu nennen. Er hat in den Jahren 1924, 1925 und 1926 alle TeileSardiniens bereist und hier Gerät und Hausrat von großer Alter-tümlichkeit für das Museum in Wien erwerben können.

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