VORWORT
Als im Jahr 1966 auf Wunsch des Zisterzienserstiftes Zwettl undim Auftrag des Bundeministeriums für Wissenschaft und Forschungim stiftischen Weingut Schloß Gobelsburg eine Außenstelle desÖsterreichischen Museums errichtet und zugleich die erste Aus-stellung der Öffentlichkeit übergeben wurde, war damit eine Ent-wicklungsperiode des Wiener Volkskundemuseums eingeleitet worden,die heute nach nunmehr fünfzehn Jahren nach außen hin als abge-schlossen anzusehen ist und mit dem Schlagwort" Zentralmuseumund Museumsdezentralisierung" gekennzeichnet werden kann. Nachbald neunzigjähriger Sammel- und Bearbeitungstätigkeit des Öster-reichischen Museums für Volkskunde wären gegenwärtig die räum-lichen Gegebenheiten für eine übersichtliche Lagerung, die dauerndekonservatorische Betreuung, die wissenschaftliche Erschließungund Dokumentation( Bibliothek, Photothek, Graphik- und Plansamm-lung, Archiv), für die öffentlich zugängliche Darstellung inständiger Schausammlung und zeitweiligen Sonderausstellungen,für wissenschaftliche und volksbildnerische Veranstaltungstätig-keit und nicht zuletzt für die unerläßliche Museumstechnik undMuseumsadministration mit Rücksicht auf die nahezu 100.000 Gegen-stände umfassenden Kollektionen aus dem heutigen und dem altenÖsterreich sowie aus anderen europäischen Ländern längst er-schöpft und in einem hohen Ausmaß unzulänglich geworden, wenndieser damals eingeleitete Prozeß nicht hätte zielstrebig fort-geführt werden können. Was somit im Laufe der Jahre bis heutedazugewonnen werden konnte- neben verschiedenen Ausbauten desStammhauses des Museums im ehemaligen Gartenpalais Schönborn inder Wiener Josefstadt und neben dem Schloßmuseum Gobelsburg wei-ters die Sammlung Religiöse Volkskunst mit der alten Klosterapo-theke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster, das freilich nicht