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, Mehrheitlich existieren diese Lanner- Stätten, wenn überhaupt, nur in baulicher Verän-derung( Nachfolgebauten, teils durch Gedenktafeln als Musiker- Gedenkstätte ausge-zeichnet) oder sind im beginnenden 21. Jahrhundert bereits total aus dem Stadtbild ver-schwunden. Dies gilt besonders für die vielen mit Lanner verbundenen Gast- und Ver-gnügungsstätten, in denen die Musik des Meisters erklang. Die Quellenlage ist dies-bezüglich nicht gerade günstig, vor allem über das private Leben Lanners ist relativ we-nig überliefert.' So sind wir oft auf Sekundär- oder gar Tertiärquellen angewiesen. Wich-tige Primärquellen für musikhistorische bzw. musiktopografische Forschungen stellendie heute noch erhaltenen Totenbeschauprotokolle der Stadt Wien( ab 1648 vorhan-den, in ihnen wurde sämtliche auf Stadtgebiet verstorbenen Personen verzeichnet), diehistorischen Grundbücher, Verlassenschaftsabhandlungen und Testamente des Magis-tratischen Zivilgerichts sowie der späteren Bezirksgerichte dar.2 Ab dem beginnenden19. Jahrhundert sind Konskriptionsbögen des städtischen Konskriptionsamtes erhalten,in denen die Registrierung von Personen erfolgte. Die Konskriptionsbögen, angelegt auf-grund des Konskriptionspatents von 1804 und ab diesem Jahr auf dem Laufenden ge-halten, wurden innerhalb jeder Gemeinde nach den alten Hausnummern, den Kon-skriptionsnummern, geführt, also sowohl in der Stadt als auch in den Vorstädten. Einerder Hauptgründe für die genaue Führung der Konskriptionsbögen war zunächst die Neu-organisation des Rekrutierungswesens; daher wurde primär auf die männlichen Bewohnereines Hauses geachtet. Viele dieser Bögen sind bedauerlicherweise ausgeschieden wor-den; somit gingen wertvolle personen- oder adressbezogene Hinweise verloren.³ Da esim Bereich der eigentlichen Stadt bzw. der Vorstädte drei bis vier Umnummerierungenim ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert gab, ist es notwendig, zur Angabe einerbestimmten Konskriptionsnummer auch jeweils die relativ exakte Zeitangabe, für die dertopografische Hinweis gilt, zu wissen, um die alte Adressenangabe auf die neue, heu-te gültige Adresse( Straßenbezeichnung und Hausnummer) umzulegen. Fehlerhafte An-gaben und ungenaue Datierungen führen und führten gerade auf dem Gebiet der his-torisch- topografischen Erforschung Wiens zu bedauerlichen Irrtümern.
Intention dieser Darstellung über wichtige Lanner- Stätten der Stadt( die Wirkungs-stätten des Komponisten und Aufführungsstätten seiner Werke werden in einem ei-genen Beitrag behandelt und bleiben daher hier unberücksichtigt) ist es nicht- vorallem was die Wohnstätten des Komponisten anbelangt- eine musiktopografischeGesamtdarstellung zu bieten, sondern auf ausgewählte, wichtige und vor allem quel-lenmäßig eindeutig belegbare Adressen und Orte der Erinnerung hinzuweisen.
Das musikalische Wien darf sich glücklich schätzen, zweihundert Jahre nach LannersGeburt, dem auf„ Lanners Spuren“ wandelnden Musikliebhaber wenigstens das Ge-burtshaus des berühmten Komponisten und Wegbereiters des Walzers im Original prä-
Flüchtige Lust- Joseph Lanner 1801 bis 1843