Reingard Witzmann
Tanzlust und Ballkultur zur Lannerzeit
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Auf Anschlagzetteln an allen Straßenecken, in Zeitungsannoncensowie in Reiseführern waren sie im biedermeierlichen Wien stän-dig gegenwärtig: die beiden„ Walzer Heroen Strauß und Lan-ner". Ihre Präsenz blieb nicht nur auf den Zeitraum des Faschingsbeschränkt nach einem„, wohlunterrichteten Fremden- Führer"aus dem Jahr 1842 war auch die Fastenzeit„ nicht ganz freu-denlos". Der Autor dieses Wien- Büchleins belehrt ironisch, dassdie Hauptmusik- Zeit" eigentlich nach dem„ geräuschvollen Car-neval" komme:„ Concerte aller Art ergötzen und quälen die vor-nehme und musikalische Welt." Die Tanzsäle verwandelten sichwährend der tanzlosen Zeiten in Speisesäle, in denen die so-genannten„ Abendunterhaltungen“ gegeben wurden; die„ Car-nevals- Orchester spielen nämlich abwechselnd Märsche, Ou-verturen, Potpouri's, Quodlibets mitunter höchst originell, ihremeisten Tänze, deren beliebtesten jederzeit mit ungeheuren Bei-falls- Bezeigungen und Jubel aufgenommen werden".2
Kat.-Nr. 28
Tanzlust und Ballkultur zur Lannerzeit
Chook
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