So kann im politischen und wirtschaftlichen Umfeld des biedermeierlichen Wien Lan-ner als Protagonist des zeitgenössischen Tanzvergnügens, aber auch als Komponistvon nicht an den Tanz gebundener Unterhaltungsmusik und von Bühnenwerken ge-zeigt werden. Die Ausstrahlung seiner Persönlichkeit, Lanners Familie, aber auch sei-ne Kollegen und Konkurrenten und nicht zuletzt die Rezeption seines Werkes wer-den dokumentiert und bereichern diese Präsentation.
Es gilt hier nicht nur der Freude über die gute und fruchtbare Zusammenarbeit der ver-anstaltenden Institutionen Ausdruck zu geben, sondern allen Beteiligten zu danken. Vorallem und sehr nachhaltig Dr. Thomas Aigner, dem Leiter der Musiksammlung der Wie-ner Stadt- und Landesbibliothek: als Kurator der Ausstellung zeichnet er für das in-haltliche Konzept verantwortlich, das mit seinem umfangreichen Wissen und viel En-ergie erarbeitet wurde. Er- aber auch seine Mitarbeiter in der Bibliothek- haben sichintensiv um das Thema„ Lanner" und dessen Umsetzung in eine Ausstellung bemüht.Vieles wäre allerdings nicht möglich gewesen ohne die Ergebnisse des vom Referatfür Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien getragenen For-schungsprojektes zur Aufarbeitung und Interpretation der Quellen zu Lanner, die in dieAusstellung eingeflossen sind. Seitens der Bibliothek hat Mag. Markus Feigl Wesent-liches für die Logistik geleistet, das Register zum Katalog wurde von Ernst Hübsch er-stellt. Dazu kommt die engagierte Tätigkeit von Frau Dr. Margot Schindler und ihrenMitarbeitern im Österreichischen Museum für Volkskunde, welche die Hauptlast derRealisierung vor Ort zu tragen hatten. Die architektonische Gestaltung verdankt dieAusstellung Michael Embacher und Sandra Haischberger; das graphische Konzept wur-de von Fritz Zaunrieth entwickelt. Ein ganz besonderer Dank richtet sich an die Leih-geber, die dadurch, dass sie sich von einigen ihrer Zimelien getrennt haben, das Zu-standekommen der Ausstellung in ihrer aktuellen Form mit ermöglicht haben.
Wer an Lanner denkt, denkt an Strauß und wer an Strauß denkt, denkt an Johann,den Sohn. Ähnlich wie bei den ebenso gerne in einem Atemzug genannten DichternRaimund und Nestroy ist die allzu leicht hingeworfene Koppelung eigenständig schöp-ferischer Persönlichkeiten bedenklich, vor allem aber die damit verbundenen unbe-wussten Assoziationen, die deren Austauschbarkeit vermuten lassen. Möge diese Aus-stellung mithelfen, im allgemeinen Bewusstsein Joseph Lanner aus dem übergroßenSchatten von Johann Strauß Vater und Sohn heraustreten zu lassen.
Franz Grieshofer
Direktor des Österreichischen
Museums für Volkskunde
Walter ObermaierDirektor der Wiener Stadt-und Landesbibliothek