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Joseph Lanner 1801 - 1843 : flüchtige Lust ; [Begleitbuch zur Ausstellung Flüchtige Lust Joseph Lanner 1801 - 1843 ; eine Ausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek und des Österreichischen Museums für Volkskunde, 17. Juni bis 14. Oktober 2001, Österreichisches Museum für Volkskunde]
Entstehung
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Das Jahr 2001 steht im Zeichen der 200. Wiederkehr des Geburtstages zweier be-deutender Wiener Persönlichkeiten, Joseph Lanners und Johann Nestroys. Nicht nurNestroys, sondern auch Lanners Popularität war zu Lebzeiten außerordentlich groß.Am 22. Dezember 1838 fand die viel gelesene Theater- Zeitung" begeisterte Worte:Lanner's Tanzweisen bezeichnen eine eigene Epoche in diesem Genre, und zwardie glänzendste derselben. Sie ist vergleichbar jener, welche Raimund's Genius imGebiete der Volkspoesie im Drama bezeichnete. Hier wie dort wird die Form durchdie poetische Idee belebt. Man hat in der neuesten Zeit die Bedeutsamkeit der Lie-der und Tanzweisen der Völker in Beziehung auf das Wesen derselben zu beob-achten begonnen. Lanner's Compositionen liefern einen bemerkenswerthen Beitragdazu. Sie sind eigentliche Typen des Volkscharakters, wie er sich in diesen Formenausspricht, daher auch ihre Wirksamkeit.

Die Anspielung auf Ferdinand Raimund und die Volkspoesie im Drama" ist nicht zu-fällig, gab es doch zahlreiche Berührungspunkte zwischen dem, was damals als Volks-poesie" auf der Bühne und im musikalischen Bereich diskutiert wurde. So fanden aucheine ganze Reihe von Lanners Melodien in Possen Nestroys Eingang. Und als dieser1862 also 19 Jahre nach Lanner- starb, erschien ein Gedenkblatt Nestroy im Olympmit einem Gedicht, das auf die Melodie von Lanners populärsten Walzer Die Schön-brunner zu singen war.- Während aber Johann Nestroy nicht nur in diesem Jahr, son-dern schon in der Vergangenheit Ausstellungen gewidmet waren, die Leben und Werkdokumentierten, wurde Lanner diesbezüglich stiefmütterlich behandelt. Abgesehen voneinem kurzlebigen Lanner- Museum", das zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Ge-burtshaus des Komponisten untergebracht war, gab es bis heute keine Lanner- Aus-stellung.

Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek verwahrt weltweit die mit Abstand meistenmusikalischen Materialien von und zu Lanner. An der Spitze stehen die über 80 No-tenautographe von seiner Hand: diese Partituren zählen vom Schriftbild her zu denschönsten und vollkommensten der gesamten Musikliteratur. Darüber hinaus ist fastjedes im Druck erschienene Werk Lanners durch eine Erst- oder Frühausgabe für Kla-vier zu zwei Händen in der Bibliothek vertreten. Zahlreiche zeitgenössische Partitur-und Stimmenabschriften, Drucke und Bearbeitungen runden diesen Bestand ab.Das Wichtigste und Signifikanteste daraus ist in der Ausstellung zu sehen, wozu sichfür die Musikkultur der Zeit charakteristische Exponate aus dem Besitz des Öster-reichischen Museums für Volkskunde harmonisch einfügen. Dazu kommen wertvolleLeihgaben aus den reichen Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien,des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde, des Kunsthistorischen Museums so-wie öffentlicher und privater Stellen.