Druckschrift 
Nichts tun : vom Flanieren, Pausieren, Blaumachen und Müßiggehen ; [Begleitbuch und Katalog ; Sonderausstellung 9. Juni bis 5. November 2000]
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Vom

Nichtstun

Man möchte gerne annehmen, dass sich der Zeitgenosseheute in seinen Freizeitstilen längst verabschiedet hat von denIdeen der Repräsentation höfisch- aristokratischer Kreise wieauch von der Nützlichkeits- und Natürlichkeitsmoral des bür-gerlichen Individuums. Tatsächlich ist mit dem FreizeitmöbelLiegestuhl ein Wandel symbolisiert: Dieses nomadische Möbel( Sigfried Giedion)- das US- Patent stammt von 1869- erlaubtein bequemes Sitzen sowie die jederzeitige Veränderung desStandortes. Zumindest in der Freizeit scheint man nicht mehrangewiesen auf feste Plätze und fixe Zeiten; je nach Lust undLaune schlägt man seine Zelte auf und stellt seinen Liegestuhldavor. Doch gibt es da noch die Zwänge des Ungezwungen-seins und die Tücke des Objekts. Diese Slapstick- Nummer mitdem Liegestuhl beherrscht jeder von uns: aufklappen- ein-rasten umfallen. Und wieder wissen wir: Beim Nichtstunbleibt nichts ungetan.( Laotse) kl

29