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Nichts tun : vom Flanieren, Pausieren, Blaumachen und Müßiggehen ; [Begleitbuch und Katalog ; Sonderausstellung 9. Juni bis 5. November 2000]
Entstehung
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Vom Nichtstun

Diese bürgerliche Entschiedenheit, die einteilt in Arbeitund Freizeit, lässt sich auch verstehen als Entgegnung auf denmüßiggängerischen Lebensentwurf, dem, wie es FriedrichSchlegel 1799 formulierte, eigentlichen Prinzip des Adels.Sinnfällig wird dies in der Idee des Gartenpalais mit seinenausgedehnten Gartenanlagen, auch der schönbornschen An-lage, in der heute das Österreichische Museum für Volkskundebeheimatet ist. Sie gehört zu einem Kranz von Lustschlössernvor dem Befestigungsgürtel der Stadt. Zwischen 1708 und 1713wurde die Liegenschaft an der Laudongasse von Johann Lukasvon Hildebrandt im Auftrag des Reichsvizekanzlers FriedrichKarl Schönborn zu einem Gartenpalais umgebaut. Lady MaryPierrepont Wortley Montagu, die Gattin eines englischen Ge-sandten, berichtete in ihren nachmalig berühmt gewordenenReisebriefen aus Wien: Der Landsitz des Grafen Schönbrunnzählt zu den prächtigsten; er hat Möbel vom reichsten Brokatund mit soviel Geschmack und Phantasie angeordnet, daßkaum anderswo die gleiche heitere Pracht anzutreffen seindürfte. Auch die großzügige Gartenanlage, mit Wasserkünstenund Skulpturengarten, war weithin berühmt. Mit einiger Ge-nugtuung hielt der Reichsvizekanzler in einem Brief fest, wel-che Bewunderung der Tulpen- und Nelkenschmuck seines Gar-tens selbst bei Hofe hervorrief. Es hat seine Gründe, warumdies für ihn erwähnenswert schien. Denn der barocke Gartenwar mehr als nur Ort von Lustbarkeiten, er war auch Teil einerHerrschaftsarchitektur, in der sich der unbedingte Repräsenta-tionswille der Eigentümer spiegelte. Wie in Versailles waren esstreng symmetrische Achsen, die das Raum- wie auch Natur-konzept bestimmten; alle diese Linien gingen von der Schloss-anlage aus und führten zu dieser wieder zurück, zurück zumZentrum der Macht. Der französische Garten steht mit seinemikonographischen Programm und Inventar gleichermaßen fürdas Macht- wie das Lustprinzip in adligen Kreisen.

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