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Nichts tun : vom Flanieren, Pausieren, Blaumachen und Müßiggehen ; [Begleitbuch und Katalog ; Sonderausstellung 9. Juni bis 5. November 2000]
Entstehung
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nierens, auch des Herumfahrens und Drahns", wie sie dasWiener Bürgertum und Kleinbürgertum im Unterschied zu denStadtbewohnern anderer Metropolen entwickelte.

Die Stadt ist die lokale Rahmenerzählung, die unsereVersuche, das Nichtstun für sich selbst oder auch vor anderenzu inszenieren, begleitet und kommentiert. Für die globale Er-zählung steht die internationale Produktion von Kulturwaren,mit deren Hilfe wir unsere kleinen Freuden ausstaffieren. Diepoetische Qualität ebenso wie die normative Kraft von Dingenbeeinflussen uns in den täglichen Inszenierungen des Genie-Bens, Entspannens und Ruhens. Dinge wie Orte kultivierenunser Nichtstun.

Mit der Ausrichtung unseres Forschungsprojektes aufden Freizeitstil der kleinen Freuden haben wir uns gegen dasMoralische und für das Mögliche entschieden, für die positivenSeiten des Nichtstuns. Das Utopische, da ist an Ernst Bloch zuerinnern, braucht das Umfeld des Realen, die konkreten, wennauch kleinen Erfolge im Alltag( und bleiben sie auch manchmalnur Tagträume), um gegenüber den herrschenden Rationali-tätsprinzipien bestehen zu können. Unser Vorhaben lässt sichals eine Archäologie der Eigenzeit( Helga Nowotny) in denAlltagskulturen des 19. und 20. Jahrhunderts beschreiben.

Am Ende von Forschungsarbeiten stehen Aufsätze undBücher. Solchen Texten sieht man- sind sie nach den Regelnder wissenschaftlichen Kunst verfasst- die oft wechselvolle Ge-schichte ihrer Entstehung kaum mehr an. Mit der vorliegendenAusstellung und Zwischenbilanz verhält es sich anders. Hier blei-ben sie spürbar: Die Gegenbewegungen und Ambivalenzen, wiesie das Arbeiten zum Thema Nichtstun begleiten. Nicht seltenwaren es( glückliche) Zufälle, die unsere Aufmerksamkeit aufhistorische oder zeitgenössische Strategien des Nichtstuns lenk-ten. Die Methode des Flanierens jedenfalls bedarf nach unsererErfahrung der vielfachen und langjährigen Praxis: Wir üben noch.

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