N.Ö., als Getreidemaß ein Metzen aus Stein errichtet und als öffentli-ches Normalmaß vor der Kirche an deren Wand aufgestellt. In Kottes,N.Ö., wurde ein Metzen( 48,5 I) als Getreidemaẞ 1540 am Marktplatz,sodann in Wien ein Wiener Metzen 1548 beim Brunnen am NeuenMarkt und 1559 schließlich ein Metzen in Allentsteig, N.Ö., errichtet.Am 23. 3. 1345 wird erstmals das Wiener Maut- und Waaghaus( Rotenturmstraße 19) in einer Burgrechtsausschreibung erwähnt. Hierwurden die Waren auf der den Krämern und Kaufleuten gehörigenFronwaagen von geschworenen Wägern amtlich gewogen.
Um 1450 wurden zwei alte Eisenmaßstäbe als öffentliche Normalma-Be links neben dem Riesentor des Wiener Stephansdomes befestigt.Der obere Maßstab betraf die Wiener Elle oder„ Tuch- Elle"( 775,3mm), der untere Maßstab die alte Wiener„ Leinwand- Elle"( 897,8 mm).Es handelt sich hiebei um die ältesten noch erhaltenen Maßstäbe desMittelalters in Österreich. Vermutlich bestand auch seit dieser Zeit inWien ein Zimentierungsamt. Dies war die landesfürstliche Eichbehör-de. Den„ Zimentern" oblag die dienstliche Aufsicht über alle Maße undGewichte in allen niederösterreichischen Städten, Märkten und Dör-fern. Sie schritten mit Gesetzeskraft gegen jeden ein, der falsche Maßeund Gewichte verwendete.
Leopold I. erließ am 9. 3. 1665 bzw. am 30. 10. 1667 eine Zimentie-rungsverordnung. Da sich offensichtlich die Verwendung von falschenMaẞen häufte, wurde für Niederösterreich und Wien die Zimentierungaller Meßgeräte( Maße, Ellen, Waagen und Gewichte) bei Androhungvon 50 Dukaten Strafe angeordnet.
Am 31. 12. 1669 erließ Leopold I. schließlich für Wien und dessen„ Burgfried" eine Ziment- Ordnung für den Getränke- Ausschank( Wein,Bier, Met etc.). Hierbei durfte kein unzimentiertes Geschirr verwendetwerden. Eine Wiederverlautbarung der Zimentierungsverordnung fürWien und Niederösterreich vom 9. 3. 1665 erfolgte am 12. 8. 1675.„ Kein Maaß, Eln, Schalwaag, Schnellwaag und Gewicht durfte beiStrafe verwendet werden, die nicht vom Zimenter Johann MelchiorWeinmann des Handgraffen- Ambtes in Wien zimentiert worden war."Allmählich begann man nunmehr mit der Vereinheitlichung der Maßeund Gewichte. So führte Leopold I. für Wien und Niederösterreichdurch Zimentierungs- Patent vom 5. 12. 1689 folgende einheitlicheMaße ein: den Kremser Metzen, den Wiener Eimer, das Gewicht unddie Elle so wie bisher und schließlich die Wiener Stadt- Klafter. Am 7.6.1700 wurde das genannte Patent vom 5. 12. 1689 erneuert.
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