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Sonderausstellung aus der Schmucksammlung Zumachen - Aufmachen : Katalog
Entstehung
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A. FILIGRANARBEITEN

Zweifellos gehört die Filigrantechnik zu den ursprüng-lichsten und gebräuchlichsten Techniken der Goldschmiede-kunst. Im 16. Jahrhundert hatten vor allem Italien, Straẞ-burg und Paris, im 17. und 18. Jahrhundert Augsburg einebedeutende Filigrantradition besessen. Aber erst in denfrühen Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts konnte der meistvon Drahtziehern und Goldschmieden in Gemeinschaftsarbeithergestellte Silberfiligranschmuck den Weg in breite, zu-nächst meist bürgerliche und kleinbürgerliche Käufer-schichten finden und bis in die siebziger Jahre des vo-rigen Jahrhunderts eine vorrangige Stellung einnehmen.In dieser Zeitspanne von mehr als eineinhalb Jahrhundertenhatte die süddeutsche Stadt Schwäbisch Gmünd als Herstel-lungszentrum einen wesentlichen Anteil; ihre auf Massen-anfertigung ausgerichtete Schmuckproduktion wurde in ganzEuropa und Übersee abgesetzt. Bis zum Regierungsantrittvon Joseph II. war insbesondere Österreich mit seinenStädten Wien, Salzburg und Linz Hauptabnehmer von Fili-granarbeiten. Doch die hohen Schutzzölle und die totale Ein-fuhrsperre unter seiner Regierung bewirkten, daß Österreichals Hauptabsatzgebiet wegfiel. In der Folge hatte SchwäbischGmünd einen merklichen Gewerberückgang zu verzeichnen. VieleGoldschmiede wanderten in andere Städte ab, unter anderemauch nach Wien, um ihre Waren direkt im Absatzgebiet zu fer-tigen und den großen Bedarf an Ketten, Schließen, Haken,Schnallen und Knöpfen zu decken.

Literatur: Peter Scherer( Hg.): Das Gmündner Schmuckhand-werk bis zum Beginn des XIX. Jahrhunderts. SchwäbischGmünd 1971.

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