Josef erblickte am 28. Juni 1831 als siebentes von acht Kindern derEltern Julius und Fanny Joachim, geborene Figdor, in Kittsee das Lichtder Welt. Mit sieben Jahren trat er bereits in einem Konzert seines ers-ten Geigenlehrers Serwaczinsky auf, wurde 1838 am Wiener Konser-vatorium Schüler J. Böhms und bestand 1843 in Leipzig in Konzertenvor einem sehr kritischen Publikum mit glänzendem Erfolg. Er bliebnur sechs Jahre in Leipzig und bildete sich namentlich unter dem Ein-fluss Mendelssohns weiter. Auf dessen Empfehlungen hin trat Joachim1844 erstmals in London auf, weitere Konzerte dort folgten. 1849nahm er die Konzertmeisterstelle zu Weimar an und stand längere Zeitdem Liszt'schen Kreis nahe. 1853 tauschte er die Stelle mit der einesKöniglichen Konzertmeisters bzw. späteren Konzertdirektors zu Han-nover. Dort heiratete er die Altistin und Gesangslehrerin Amalie( Schnee) Weiß. 1868 wurde Joachim Direktor der neu errichtetenHochschule für Musik in Berlin. Nach einer Neuorganisation diesesInstituts wurde er Vorsitzender des Direktoriums und Vorsteher derAbteilung für Orchesterinstrumente. Das schnell wachsende Ansehendieser Hochschule war zum guten Teil sein Verdienst. Er war Ehren-doktor der Universitäten Cambridge, Glasgow, Oxford und Göttingen.Joachim war ebenso ausgezeichneter Quartettspieler wie Konzertspie-ler; besonders die letzten Quartette Beethovens waren allgemeinanerkannte Glanzleistungen von Joachims Quartett. Als Komponistbehauptete sich Joachim mit seinen Werken für Violine, schrieb aberauch Werke für Klavier und Orchester. Seine bekanntesten Komposi-tionen sind die Ouvertüre zu„ Hamlet“ und das„ Ungarische Konzert“.Josef Joachim starb am 15. August 1907 in Berlin.
Weitere Persönlichkeiten waren Meir Zvi Goldziher, ein Onkel desberühmten Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten, und Rabbi Schmuel Neumann, ein bekannterRabbiner des Aufklärungszeitalters.
Einer der wohl herausragendsten Kittseer Juden ist der Pessach-Haggada- Illustrator Chaim ben Ascher Anschel. Die Conscriptio inKittsee aus dem Jahre 1725 erwähnt ihn als ,, Chain Schreiber" und als,, scholae rector", der schon zwei Jahre in Kittsee wohnhaft war. Wahr-scheinlich konnte er vom Gehalt eines jüdischen Lehrers nicht leben,weshalb er sich seiner künstlerischen Begabung entsprechend derIllustrierung der Titelblätter der in Kittsee vielleicht unter seiner Anlei-tung geschriebenen religiösen Schriften zuwandte. 22 Handschriftensind heute insgesamt bekannt, alle zwischen 1741 und 1782 in Kittseegeschrieben. Sie haben den Namen„ Kittsee“ in alle Welt getragen,denn diese Handschriften sind über den ganzen Erdball verstreut: Ams-
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