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Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren : historische Kalenderbräuche aus Bulgarien ; eine Ausstellung des Ethnographischen Instituts mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen von EFMO (Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa) ; Begleitbuch zur Jahresausstellung 1999 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 20. Juni bis 1. November 1999
Entstehung
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Schaukel am Georgstag, dem 6. Mai

Die Legende über die Erschaffung der Welt erzählt, daß Gott die Erdegeschaffen und dann in ihrem Zentrum einen Walnuẞbaum gepflanzthat, an den er eine Schaukel gebunden hat. In den Vorstellungen derBulgaren werden die Schaukeln meistens mit den Sonnenstrahlenverbunden. Wenn die Sonne( auf bulg. sächl. Geschlechts so wie,, Junge") ein Mädchen aus der Erde auserwählt und es heiraten will,wirft die Sonne am Georgstag und zu Ostern ihre Strahlen wieSchaukeln hinunter. Anläßlich der großen Feiertage im Frühlingbinden die Bulgaren Schaukeln auf die grünen Bäume. Im Volksglau-ben versinnbildlicht der Kornelkirschbaum Gesundheit und Stärkeund die Weide Wachstum und Aufblühen. Am Lazarustag gehen dieMädchen von Haus zu Haus, um die Leute zu segnen und bekommendafür Gaben. Mit dem an diesem Tag gesammelten Geld kaufen dieBurschen oder die Mädchen Bindfäden, aus denen sie die Seilestricken. Die Schaukeln sind für die Mädchen und Burschen be-stimmt, die bald unter die Haube zu kommen hoffen. Jeder Burscheschaukelt seine Geliebte während die anderen dazu singen. Inmanchen Regionen wird anhand des Schaukelns wahrgesagt, wendas Mädchen heiraten wird. Am Vorabend vom Georgstag oder inder Neujahrsnacht schaukelt das Mädchen und sagt: Welcher istmein Liebster? Er soll in der Nacht kommen, damit wir beide zusam-men schaukeln!" Das Mädchen glaubt, daß es in der Nacht von ihremkünftigen Bräutigam träumen wird. Sonst schaukeln auch die spätenMädchen", und die anderen schlagen sie mit Brennessel, damit siein diesem Jahr heiraten. Das Schaukeln soll Gesundheit, Fruchtbar-keit und Schönheit bringen. Die Mädchen stecken ein rotes Ostereiin den Busen, damit sie weiß und rot im Gesicht sind, bindenverschiedene Pflanzen um ihre Taille, damit sie schlank bleiben undkeine Rückenschmerzen während der Weizenernte haben, und sielegen Blumenkränze auf ihre Köpfe, um die Liebe der Jungen anzu-ziehen. Die Älteren schaukeln, damit das Jahr ertragreich wird, damitdie Saat hochwächst und damit es eine ergiebige Baumwollernte gibt.Die Tradition während den Feiertagen im Frühling zu schaukeln, umGesundheit, Liebe und Fruchtbarkeit zu sichern, ist bis heute erhal-

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Kieferbaum spricht zu einer Fichte:Wachse schnell, du meine liebe Fichte,uns're Wurzeln soll'n zusammenwachsen,deine Wipfeln sollen mich umschlingen,

Jung und Maid woll'n eine Schaukel binden..."

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