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Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren : historische Kalenderbräuche aus Bulgarien ; eine Ausstellung des Ethnographischen Instituts mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen von EFMO (Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa) ; Begleitbuch zur Jahresausstellung 1999 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 20. Juni bis 1. November 1999
Entstehung
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Vorwort

,, Bulgarien" im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee

EFMO( Ethnologie- Forum Mittel- und Osteuropa) repräsentiert einenTeil der neuen konzeptionellen Ausrichtung des EthnographischenMuseums Schloß Kittsee. Diese Marke" wurde mit Beginn desJahres 1999 gegründet und soll dem als Fenster zum Osten" be-zeichneten Standort Kittsee zu neuer Dynamik verhelfen. Dabei wirdeinerseits auf die traditionellen langjährigen Kontakte zu mittel- undosteuropäischen Fachkollegen und Institutionen zurückgegriffen, an-dererseits gibt sich das Museum selbst eine neue Aufgabe.

Die Leistungen des Ethnographischen Museums Schloß Kittsee inner-halb dieser Aufgabenstellung bestehen zum großen Teil in der Durch-führung von ethnographischen Ausstellungen aus osteuropäischenLändern. Diese Ausstellungen werden voll inhaltlich übernommen undermöglichen dem Besucher neben der Objektschau auch einen Einblickin wissenschaftliche thematische Auseinandersetzungen sowie For-schungstendenzen der sich jeweils präsentierenden Institution.Ein zusätzlicher wichtiger Aspekt einer solchen Unternehmung ist dieKontaktnahme und-pflege im Fachbereich. Dadurch entsteht eininhaltlicher Dialog und Austausch, der dem jeweiligen Wissen-schafts- und Kulturverständnis im weiteren Sinne sehr förderlich ist.Die im Jahr 1998 vom Ethnographischen Museum Schloß Kittseeproduzierte Ausstellung Galizien- ethnographische Erkundung beiden Bojken und Huzulen in den Karpaten" hat nach wie vor ein sehrbreites Echo. Im Zuge der Vorbereitung dieser Ausstellung habensich die Kontakte nach Lemberg und Kolomija zutiefst verfestigt. Inder Folge wird nun von Fachkollegen aus der Ukraine die der Galizi-enausstellung als Basis dienende Sammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde in Wien überarbeitet und detailliert be-schrieben.

Die thematische Hinwendung nach Bulgarien bietet ebensolchesPotential. Für den Herbst 1999 ist ein Symposium geplant, von demähnliche Impulse erwartet werden können, denn die Beschäftigungmit der bulgarischen Volkskunst hat in der österreichischen Volks-kunde eine lange Tradition: Bereits Michael Haberlandt, der Gründerdes Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien, setzte sichmit der Volkskultur der Balkanländer einschließlich Bulgariens aus-einander. Seine ethnographische Darstellung der Bulgaren in GeorgBuschans ,, Illustrierten Völkerkunde" von 1926 blieb lange Zeit daseinzige Referenzwerk in deutscher Sprache.

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