Kukeri( Maskenspiele)
Die Kukeri sind maskierte Burschen, die einen besonders interessan-ten Brauch mit spielerischen Elementen ausüben.
In Südwestbulgarien findet ihre Maskerade während den Zwölften( zwischen Weihnachten und Jordanstag) statt, wo die Burschen, diedaran teilnehmen, auch starzi(= alte Männer) oder djamali(= Kamel-besitzer) genannt werden.
Sonst spielen die Kukeri überall in Bulgarien an Sirni zagowesni(= Fastensonntag) und während der ganzen Woche danach, genanntTodorswoche, bis Todorstag. Sie tragen auch die Namen drakusi(= Vampire), kamilari(= Kamelbesitzer) oder surati(= Gesichter). Ander Maskerade nehmen nur Männer teil. Die schönen Burschenübernehmen auch die Frauenrollen von bulka(= Braut), newesta(= eine jungvermählte Frau), hanama( türk.= eine verheiratete Frau),ziganka Glossar ::: zum Glossareintrag ziganka(= eine Zigeunerin Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeunerin) oder baba(= Schwiegermutter oderGroßmutter). Die Burschen tragen Frauenkleider, ihre Wangen undLippen sind mit rotem Lippenstift bemalt. In der Hand tragen sie einhölzernes„, Baby". Daneben stehen ihre Gatten, der zet(= Schwie-gersohn), der mladojenez(= Bräutigam), der djado(= Schwiegerva-ter oder Opa) und der ziganin Glossar ::: zum Glossareintrag ziganin(= Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeuner), um sie zu beschützen.Am zahlreichsten ist die Gruppe der arapi(= Araber). Ihre Gesichtersind schwarz bemalt, sie tragen zottige Lamm- und Ziegenpelze undum die Hüfte einen Gürtel mit Glocken und Schellen, mit denen siewährend des Tanzens ohrenbetäubenden Lärm machen.Die Gesichtsmasken der Kukeri sind aus Tierschädeln, Hörnern,Vogelfedern, Spiegelscherben und Perlen gefertigt und verkörpernverschiedene Gestalten, oft phantastische und entsetzliche Tiere. Sietragen gefährliche Waffen wie mit roter Farbe bemalte Säbel, dieeinem Phallus ähneln. Mit dem Säbel werden während des Ritualskinderlose Frauen berührt, um sie fruchtbar zu machen. Zusammenmit der Schar der Kukeri gehen die Dorfmusikanten. Ihre Prozessionist sehr laut und fürchterlich. Sie wandern durch die Ortschaft, tanzenund springen unter lauten Trommelschlägen. Alle glauben, daß aufdiese Weise der stürmische Wuchs der Saat hervorgerufen und einreicher Ertrag gesichert wird. Die Gruppe zieht durch das ganze Dorfund kehrt in jedes Haus ein, wobei überall erotische Szenen vorge-spielt werden: Die Braut wird überfallen und ein Geschlechtsverkehrnachgeahmt; der Bräutigam beschützt seine Frau und fällt im Kampfmit den lüsternen arapi; der Arzt erweckt ihn wieder zum Leben; dieBraut bringt ein Kind oder ein Kätzchen zur Welt. Die Hausherrenbeschenken die Burschen mit Eiern, Mehl, Mais und Wolle. EinHöhepunkt bei diesem Brauch ist das Pflügen und Bestellen desDorfangers vor allen Bewohnern des Dorfes.
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