Druckschrift 
Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren : historische Kalenderbräuche aus Bulgarien ; eine Ausstellung des Ethnographischen Instituts mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen von EFMO (Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa) ; Begleitbuch zur Jahresausstellung 1999 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 20. Juni bis 1. November 1999
Entstehung
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Trifonstag, der 1. Februar

Von alten Zeiten bis heute verehren die Bulgaren den HeiligenTrifon- wahrscheinlich der Nachfolger des thrakischen Dionysosals Beschützer des Weinbaus und der Weinherstellung. Nach her-kömmlicher Vorschrift gehen die Männer zu seinen Ehren in denWeinberg. Jeder bringt Weihwasser aus der Kirche, spezielles mitTrauben- und Weinlaubmustern verziertes Brot, ein Brathuhn undWein mit. Wenn der Winzer in seinen Weingarten kommt, wendet ersich zur Sonne, bekreuzigt sich, beschneidet drei Weinreben, begieẞtden Rebstock mit Weihwasser und Wein und spricht seinen Segenfür eine fruchtbare Weinlese. Manchmal wird einer der Männer zumZaren erwählt. Sie nennen ihn Trifon und gratulieren ihm zum Zaren-reich. Der Zar soll ein begüterter und gewandter Hausherr sein, damitdas Jahr segensreich ist. Auf dem Kopf trägt der Zar einen Kranz ausWeinreben als Krone. Zwischen den Weinstöcken wird ein üppigesMahl für die Männer hergerichtet. Man singt und tanzt.

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