Druckschrift 
Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren : historische Kalenderbräuche aus Bulgarien ; eine Ausstellung des Ethnographischen Instituts mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen von EFMO (Ethnologie-Forum Mittel- und Osteuropa) ; Begleitbuch zur Jahresausstellung 1999 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 20. Juni bis 1. November 1999
Entstehung
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Ivanstag, der 7. Januar( Johannistag)

Dieser Tag, den die Kirche Johannes dem Täufer zugeordnet hat,wird von den Bulgaren der Patenschaft und Bruderschaft gewidmet.Nach altem Brauch besucht jedes junge Ehepaar an diesem Tag diePaten und Trauzeugen, um ihnen seine Achtung entgegenzubringen.Der Pate übergießt die Jungvermählten rituell mit dem neugeweihtenWasser als eine Art feierliche Aufnahme in die Dorfgemeinde.An diesem Tag verbrüdern sich besonders eng befreundete Männer.Dieser Brauch des Bruderschaftschließens ist sehr festlich für ihreFamilien. Die Verbrüderten besuchen sich gegenseitig in ihren Häu-sern, indem sie mit dem Haus des Ältesten beginnen. Jede Mutterempfängt sie, schmückt sie mit Buchsbaumsträußchen und segnetsie: ,, Seid von nun an Buchsbaumbrüder! Streitet euch nie! Untereuch darf kein böses Wort fallen! Ihr sollt euch wie Brüder lieben undachten!" Dann werden die Verbrüderten bewirtet und mit Kleidernbeschenkt. Die Brüderschaft stellt eine sehr enge Verwandtschafther- eine Ehe unter den Kindern der Verbrüderten ist ausgeschlos-sen. Jedes Jahr an diesem Tag besuchen sich die Verbrüdertengegenseitig und tauschen Geschenke aus.

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