Jordanstag, der 6. Januar( Dreikönige)
Der Tag der Taufe Jesu Christi im Fluß Jordan ist ein christlicherFeiertag, der von allen Bulgaren begangen wird. Überall findet einefeierliche Weihe statt: Der Priester weiht rituell Wasser und wirft dasKreuz in einen Fluß oder ins Meer. Die Männer wetteifern miteinan-der, das Kreuz aus dem Wasser herauszuholen. Dem dies gelingt,gilt als der Tapferste und Stärkste. Danach geht der Priester von Hauszu Haus und besprengt alles mit einem in Weihwasser getauchtenBasilikumsträußchen, um das Böse zu vertreiben und die Familie undihr Zuhause zu reinigen. Vor Sonnenaufgang holen die Mädchen undFrauen frisches Weihwasser vom Dorfbrunnen. Dort waschen sie dieHausikone, die Pflugschar, damit sie sauber für das neue Pflügen ist,und ihre Gesichter, um gesund zu bleiben. Der junge Gott ist getauft,das Wasser geweiht, das Chaos der unreinen Tage überwunden, dieHarmonie und die Ordnung in der Natur und in der menschlichenGesellschaft sind wiederhergestellt.
Das Kreuz ist eines der ältesten Universalsymbole der Sonne unddes Himmelsfeuers. Im Christentum stellt das Kreuz ein heiligesZeichen der Unsterblichkeit und Auferstehung dar, das die Kraft hat,das Böse, Dämonen und Krankheiten zu verjagen. Die Bulgarenglauben, daß die Berührung des Kreuzes Lebenskraft und Schutzbringt. Deshalb nimmt das Kreuz einen festen Platz in der bulgari-schen Volkskunst ein.
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