Die Aufstände, besonders zur Zeit der Türkenkriege der Habsburger1593 bis 1606 und 1683 bis 1699, wurden blutig niedergeschlagen.Am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts suchten vieleBulgaren Zuflucht in der Donaumonarchie.
Im Laufe der Jahre fand der Wille zur Freiheit und Selbständigkeitviele Ausdrucksformen, und mit der nationalen Wiedergeburt stiegdas nationale Bewußtsein. Der Russisch- Türkische Krieg 1877/78beendete die türkischen Herrschaft in Bulgarien und leitete eine neueEntwicklung ein.
Das Friedensprotokoll von San Stefano( 3.3.1878) schuf ein großräu-mig geplantes autonomes Fürstentum Bulgarien, doch dieGroßmächte fürchteten ein russisches Übergewicht auf der Balkan-halbinsel und erhoben Einspruch. Der Berliner Vertrag( 1.7.1878)teilte das allzu großzügig bemessene Bulgarische Reich noch einmalauf und nur ein Teil wurde unabhängig und bekam den NamenBulgarien. Südbulgarien blieb als Provinz Ostrumelien unter türki-schem Einfluß, die Gebiete Makedonien und Thrakien unter direktertürkischer Herrschaft.
Die neue Existenz Bulgariens wurde 1879 in Târnovo durch eineVerfassung bestätigt. Sofia wurde Hauptstadt. Der neu gewählteFürst von Bulgarien, Alexander I. von Battenberg, vereinigte 1885Ostrumelien mit dem Fürstentum Bulgarien, und nach dem Serbisch-Bulgarischen Krieg wurde im Frieden von Bukarest( 1886) die Verei-nigung bestätigt. 1886 dankte Alexander I. ab und mit der Wahl vonFerdinand von Coburg- Gotha im Jahr 1887 wandte sich Bulgarienvon Rußland ab und Österreich- Ungarn zu.
Im Ersten Weltkrieg hielt sich Bulgarien zunächst neutral, schloß sichaber nach Ablehnung seiner Gebietsansprüche in Makedonien durchdie anderen Balkanländer am 14.10.1915 den Mittelmächten an underlitt nach der Niederlage schmerzliche Territorialverluste. Das Landmußte hohe Reparationen zahlen. Zar Ferdinand I. dankte zu Gun-sten seines Sohnes Boris III. ab. Unter diesen Umständen verlief diepolitische Nachkriegsentwicklung recht unruhig. Das innenpolitischeReformprogramm und die außenpolitischen Pläne riefen wachsen-den Widerstand hervor. Mit seiner Annäherung an die Achsenmächteisolierte sich Bulgarien gegenüber den anderen Balkanstaaten undschloß sich am 1.3.1941 dem Dreimächtepakt( Rom- Berlin- Tokio)an. Nach dem überraschenden Tod Boris III.( 28.8.1943) übte einRegentschaftsrat für den minderjährigen Kronprinzen Simeon dieRegierungsgewalt aus. Am 5.9.1944 erklärte die Sowjetunion Bulga-rien den Krieg, und ihre Truppen marschierten drei Tage danach ein.So wurde die Machtübernahme am 9.9.1944 in Sofia eine Formsa-che. Am 15.9.1946 wurde die Monarchie auf der Grundlage einesReferendums abgeschafft und die Volksrepublik ausgerufen. Die
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