Vorwort zur 2. Auflage
Die erste Ausgabe von Jeannette Hills' Einzelinterpretationen des Bildes,, Kinderspiele"( 1560) von Pieter Bruegel d. Ä. im Kunsthistorischen MuseumWien ist seit vielen Jahren vergriffen gewesen. Die ungebrochene Nachfragebeim Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien, welches die Veröf-fentlichung der aus der Dissertation der amerikanischen Germanistin hervor-gegangenen Untersuchung im Jahre 1957 besorgt hatte, machte eine Neuauf-lage längst notwendig. Wenn diese jedoch erst nach nunmehr vier Jahrzehn-ten veranlaẞt werden kann, so mag der Grund dafür vor allem in der andersgelagerten Gewichtung der Museumsarbeit während der vergangenen Jahrezu suchen sein. Das aufwendige und langwierige Unternehmen der General-sanierung, Reorganisation und Neuorientierung dieser inzwischen einhun-dertjährigen Museums- und Wissenschaftsinstitution hatte in dieser Zeit denVorrang.
Der unmittelbare Anlaß zur nunmehrigen Neuauflage des Buches vonJeannette Hills ist gegeben in der vom Kunsthistorischen Museum Wien imWinter 1997/98 veranstalteten Großausstellung„ BRUEGHEL BRUEGEL.Eine flämische Malerfamilie um 1600. Tradition und Fortschritt" mit ihrerumfassenden monographischen Darbietung des Oeuvres dieser Malerdyna-stie. Dem gegenwärtigen Ausstellungs- und fürderhin Museumsbesucher wirdsomit Jeannette Hills' volkskundliche Handreichung zum unmittelbaren Bild-verständnis der„ Kinderspiele" von Pieter Bruegel d..Ä. wieder zugänglichgemacht. Das Buch dient der„ Lektüre“ der vielen Einzeldarstellungen vonSpielen der Kinder, wie sie die Autorin anhand einer Gegenüberstellung derIkonographie des Gemäldes von Pieter Bruegel d.Ä. mit den zeitgenössischenErwähnungen von Kinderspielen in den literarischen Spiellisten bei Françoisde Rabelais und Johann Fischart unternommen hat.
Die vorliegende Neuauflage stellt im wesentlichen den unverändertenNachdruck der ersten Auflage von 1957 dar. Neben notwendigen Korrekturenwurden vor allem zur Veranschaulichung den insgesamt 78 Einzelinterpreta-tionen der Spiele entsprechend graphisch gestaltete Bildausschnitte desGesamtgemäldes vorangestellt. Zur besseren Einprägsamkeit der einzelnenErklärungen der Spiele wurde überdies jeder Bildbeschreibung eine Über-schrift gegeben, die den Namen des Spieles wiedergibt oder, wo ein solchernicht faẞbar ist, eine Wortumschreibung bietet.
Die Direktion des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wiendankt dem graphischen Atelier A& H Haller, Wien, für die- wie schon beivorangegangenen Projekten bewährte Zusammenarbeit bei der neuen
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