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Die mährischen Kroaten : Bilder von Othmar Ruzicka ; [Katalog zur Ausstellung "Die Mährischen Kroaten. Bilder von Othmar Ruzicka"]
Entstehung
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Studie für ethnographische Zwecke. Der Jüngling schreitet stolz in seiner roten( Jungesellen-) Hose, ausderen Tasche ein weißes besticktes Taschentuch facol ragt, und er trägt sommerliche Lederstiefel zušne, diemit Fransen und Eisenabsätzen verziert sind. Das weiße Hemd, an den Ärmeln mit rotem Faden besticktund die Weste( Leibchen) mit den Lederriemen( Bändern) sind die wichtigsten Teile der südmährisch- kroa-tischen Tracht gemeinsam mit dem kleinen runden Hut okruglak. Auf ihn steckte man meistens einePfauen- oder Hahnenfeder, als Zeichen von Heldenmut und Tapferkeit. Auch hier stellte O. Ruzicka mit sei-ner flatterhaften und vortrefflichen Pinselführung sogar die kleinsten Teile der Volkstracht genau dar.

Wenn er Winterlandschaften zeichnete, änderte sich alles: hier gibt es keine verspielte Farbigkeit mehr,auch keine Buntheit der Details( Abb. 19), nur grimmige Kälte und Nebel. Einige Menschen gehen paar-weise auf die kleinen, tiefverschneiten Stufen der Kirche zu. Eisige Äste und ein frostiger, düsterer Himmelumgeben die Kirche zur Weihnachtszeit¹8.

Wenn der Schnee schon geschmolzen ist, macht sich die Prozession"( o. Abb.) auf den Weg zumMarienwallfahrtsort( vielleicht Maria Dreieichen). Der alte Ribarak führt die Pilger an und trägt ein Kruzifix.Die junge Frau Slavičkova( geb. Lawitschka) trägt ein Bündel voll mit Erfrischungen für die Wallfahrer. Inder Ebene erstreckt sich Niederösterreich, vom Gesang der Pilger erfüllt. Und so zieht der gottesfürchtigeMenschenzug vorbei, die Männer mit den Hüten in der Hand, und in der Ferne ertönen Weihegesänge undGebete. Hier findet man eine hagere, angestaubte( Courbetische) Pinselführung vor, und die Gesichter derMenschen haben einen vollkommen psychologisch bestimmten Ausdruck, als wären sie gerade von denWaldmüllerischen Leinwänden herabgestiegen.

Der Mann im langen Mantel"( Abb.20) ist eine Ölstudie auf Karton genauso wie die Kühe auf demViehmarkt"( o. Abb.). Die breiten Tonalitäten des Himmels sind beim ersten Bild mit weißer Farbe über-gossen worden. Beim anderen Bild sind sie noch breiter aufgetragen und dienen dem leichteren Lesen"des Kuhgespanns. Die dunklere( bunte) Kuh, welche sich zwischen der dunklen Bläue und der weißen Kuhbefindet, erweckt einen überzeugend tiefen Eindruck. Dabei drängen auch dichte, dunkle Schatten herein,die ein Gefühl der Raumtiefe erwecken. Der weiße Mantel auf dem anderen Bild, der einer Decke ähnelt,liegt auf einer grünbraunen, angedeuteten Wiese auf der Erde und erlaubt dem Mann mit dem Hut, dar-auf zu liegen und in Ruhe die Kühe zu hüten.

Jener Mann im Schafpelzmantel"( Abb.21) könnte der alte Valenta sein. Wir begegneten ihm am Fluß,beim Schneiden der Weidenäste, und wir werden ihn auch auf dem Bild, Im Weinkeller"( Abb.22) sehen,welches mit dem Jahr 1930 datiert ist. Im blauen Mantel( der von den erwachsenen Kroaten im Gebietvon Südmähren getragen wurde) stellt er mit größter Wahrscheinlichkeit den Hausherrn dar. Er trägt aucheine für Südmähren typische Kopfbedeckung und hat einen kragenlosen Mantel umgehängt. Die linke

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