Gänse bekamen ihr„, Paradies". In der Ferne sieht man das Dorf mit der Kirche der Hl. Kunigunde und denObstgarten. Bei dem folgenden Bild Abb.6 begegnen wir dem Maler außerhalb des Dorfes, in denGetreidefeldern, wie er aufmerksam zwei Frauen bei ihrem Spaziergang am Sonntagnachmittag betrach-tet. Die Jüngere streicht über die fast ausgereiften Ähren und wird von ihrer Mutter( wie es scheint) beglei-tet. Beide tragen die prachtvolle Volkstracht der südmährischen Kroaten.
Bei einer anderen Begebenheit, an einem Arbeitstag, sehen wir O. Ruzicka, wie er erneut zwei Frauenbeobachtet, aber jetzt sind sie mit dem Ausnehmen der Erdäpfel beschäftigt( Abb.5). Die Ältere ist gebeugtdargestellt und reißt die halb verdorrten Erdäpfelstauden aus, während die Jüngere sich an die Haue lehnt,um zu verschnaufen. Bald wird sie mit der Haue tief in die Erde dringen und die reife Knolle in den Korbaus Weidengeflecht legen, der neben den Frauen auf der Erde steht. Die Frauen bemerken den Maler nicht,wie dieser mit sicheren Anflügen des Pinsels in grün- gelblich ineinanderfließenden Farbtönen die Felder inder Ferne malt. Am Himmel sammeln sich gerade weiße, flaumige Wolken. In Strichen, genauso lebendigwie die impressionistische Pinselführung, trägt er sprunghaft das Grün auf, welches nicht nur das Gras dar-stellt( Abb.7), sondern auch gleichzeitig den Kontrast zum Weiß der Gänse und der Kleidung der„ Gänsehüterin" schafft. Sie ist, einen Zweig in der Hand, einen Augenblick lang stehengeblieben. Ihr Blickist auf die andere Seite des klaren Flusses gerichtet, als hätte sie dort die Stimme, den Ruf der Mutter ver-nommen oder eine Gefahr verspürt, die sich ihren Gänslein nähert, die unbekümmert in dem ruhigen Flußplantschen. Manche von ihnen sind des Wassers bereits überdrüssig und klettern zufrieden den Damm hin-auf. Es wäre gut, noch vor der Dämmerung im Dorf zu sein.
An einem anderen Tag schien erneut stark die Sonne und es war nicht leicht, den Gänsen hinterher zu lau-fen. Das Mädchen hat sich müde niedergelegt( Abb.8). Der Wasserkrug aus Ton ist umgefallen und liegtleer auf der Erde.
Im Jahre 1919 wurde das„ Portrait eines Mädchens"( Abb.9) signiert und datiert, welches unsereAufmerksamkeit auf sich lenkt, weil sich bereits auf den ersten Blick eine außerordentliche Bündigkeitbemerkbar macht. Die Form ist stark modelliert und der Zugang zum Detail realistisch. Die Farbgebung istfröhlich, aber nicht allzu verspielt. Am großflächig, fast monochrom aufgeworfenen Hintergrund ist demMaler eine Charakterstudie des kindlichen Antlitzes gelungen. Nur an der traditionellen Kleidung oplećesieht man, in einem Anflug von polychromer Verspieltheit, ein richtiges Feuerwerk an intensiven Farbtönen.Das weiße Hemd ist aus feinem Stoff und hat kurze, nach oben hin gebundene Ärmel, die sich in steifeFalten legen. An der reich bestickten Masche( eine Vorläuferin der Krawatte; kroata, kravata) tanzen über-mütig winzige blaue Blümchen und ein goldener Faden. Das kleine Gilet gibt so dem gesamten Bild einenbedeutenden Akzent, genauso wie das Kopftuch der Ana Jurtić. Während die klaren Augen leuchten, zei-gen die üppig geformten Lippen ein Lächeln.
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