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Die mährischen Kroaten : Bilder von Othmar Ruzicka ; [Katalog zur Ausstellung "Die Mährischen Kroaten. Bilder von Othmar Ruzicka"]
Entstehung
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In seiner Arbeit entschied sich O. Ruzicka für Themen, die er aus der gesehenen, konkret erlebten Realitätübernahm: die liebliche südmährische Landschaft, die Bräuche und Szenen aus dem Leben der südmähri-schen Kroaten( und Slowaken). Seine Werke wurden zu einer unerschöpflichen und wertvollen Quelle fürwissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiet der Geschichte, Soziologie, Politologie, Ethnologie undKunstgeschichte.

O. Ruzicka wurde bereits 1906 Mitglied des Künstlerhauses', und sein Talent wurde mit vielenAnerkennungen und Auszeichnungen gewürdigt. In den Räumlichkeiten des Künstlerhauses wurdenregelmäßig nicht nur jene Werke ausgestellt, die in Südmähren entstanden waren, sondern auch Werkeaus Maria Schoßberg( 1927) und aus Jablonica, wo er die Bilder und Studien über kirchliche Interieurs,Prozessionen usw. gemalt hatte. Heute werden die Werke von Ruzicka in vielen kleineren und größerenprivaten, städtischen und staatlichen Sammlungen und Museen aufbewahrt⁹.

Der Ausschnitt aus dem Oeuvre von Othmar Ruzicka, der nun im Ethnographischen Museum Schloß Kittseeausgestellt ist, präsentiert eine Auswahl von Bildern vor allem zweier Privatsammlungen: jene von JosefLawitschka( ein südmährischer Kroate, heute in Wien wohnhaft) und jene von Dr. Bruno Schwarz, Krems( dessen verstorbene Gattin die Nichte von O. Ruzicka war). Das Thema dieser Austellung sind Die mähri-schen Kroaten. Bilder von Othmar Ruzicka". Die Werke sind zwischen 1906 und 1945 entstanden. Beidieser Ausstellung stehen nicht die Maltechniken im Vordergrund, sondern der Versuch, O. Ruzicka alsMaler kennenzulernen und durch ihn die mährischen Kroaten.

Während in früheren Ausstellungen hauptsächlich Ruzickas Aquarelle und Ölbilder gezeigt wurden, bliebendie Zeichnungen, Studien und Skizzen aus seiner Studienzeit, die also noch an der Akademie der BildendenKünste entstanden sind, unveröffentlicht und unbekannt¹. Interessant in der Art und Malweise ist seinfrühes Selbstbildnis( sign. und dat. 1899), aber auch das zweite Selbstbildnis( Abb. 1), das wahrschein-lich im Jahre 1905 entstanden ist, sowie die Prozession"( Abb.2), signiert und datiert im Jahre 1903.

Anhand dieser Werke kann man etwas über die Bemühungen und das Bestreben des Meisters herausfin-den, bei dem er alles mied, was oberflächlich, zufällig oder( zu) gestellt schien. Mit großem Geschickzeichnete er auf, was für das Thema am grundlegendsten, wichtigsten und typischsten schien". Da manvor der Staffelei für Interpretationen oder zusätzliche Erinnerungen keine Zeit hatte, begann er mit ent-schiedenen, breiten, kräftigen, saftigen und energischen Pinselstrichen zu malen. Der Großteil der Arbeitwurde daher schon im Unterbewußtsein, vor dem technischen Schritt vorbereitet. Bei der Analyse derWerke von O. Ruzicka ist die Tatsache unübersehbar, daß er schon bei Arbeitsbeginn besonders auf die Artund den Ursprung sowie auf die Stelle des Lichteinfalls achtete. In diesem Zusammenhang war dieSchattengebung von Bedeutung. Er arbeitete außerordentlich behutsam und diszipliniert bis zur

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