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Gedenkschrift für Leopold Schmidt (1912 - 1981) zum 70. Geburtstag
Entstehung
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gebar im Handumdrehen ein faszinierendes Konzept: eine Ausstellungaltösterreichischer Volksmajolika. Der Erfolg gab ihm recht. Späterwurde die Ausstellung durch Möbel, Bilder, etc. erweitert, und baldbestand in Gobelsburg ein respektables Volkskundemuseum. Ost-europa fand nach mehreren weiteren Anläufen dann doch eine Heimatin dem nicht minder schönen Schloß Kittsee. Und wenn auch der größteSchmeichler nicht behaupten kann, das Ethnographische MuseumKittsee sei ein Werk Leopold Schmidts, so verlangt doch die Gerechtig-keit anzumerken, daß er, dem es ein leichtes gewesen wäre, das Projektzu Fall zu bringen, keine Schwierigkeiten gemacht und Personal wieSammlungen ziemlich bereitwillig zur Verfügung gestellt hat, obwohldies ein Opfer für das Stammhaus in der Laudongasse bedeutete.

Eine weitere museale Schöpfung Schmidts war schließlich noch dasMärchenmuseum in Raabs an der Thaya, das sogar die Publikations-folge ,, Raabser Märchenreihe nach sich zog. Daß dieses Museum nichtzu der gleichen Blüte gelangte wie die beiden anderen Außenstellen,kann Schmidt nicht angelastet werden.

Alles zusammen eine imponierende Leistung, vor allem wenn manbedenkt, daß hier nur von der musealen Arbeit Schmidts die Rede war.Hinter dieser Leistung stand eine gewaltige Persönlichkeit. Sein unge-heurer Fleiß ist wohl am besten durch die Fülle seiner Publikationendokumentiert, deren Bibliographie selbst einen recht stattlichen Bandfüllt. Was Schmidt aber vor allem auszeichnete, war eine umfassendeBildung, die weit nach allen Seiten über die Grenzen seines an sichschon komplexen Faches hinausreichte. Es gab keine Frage, auf dieman nicht von ihm eine kundige Antwort erhalten hätte, es gab wenigeThemen, zu denen er sich nicht in Wort oder Schrift geäußert hat. Seinstark entwickeltes Qualitätsgefühl und seine wissenschaftliche Gewis-senhaftigkeit ließen ihn dabei oft recht kritische Äußerungen tun, gegenFreund wie Gegner. Er konnte in seinen Urteilen manchmalunbarmherzig sein, niemals aber ungerecht oder bösartig. SeinePersönlichkeit umfaßte vieles, vom Wandervogel bis zum Gelehrten,der seinen Kollegen und Schülern beibrachte, daß man Volkskundeauch ohne Trachtenanzug oder Dirndl betreiben kann, vom besessenenForscher bis zum Weltmann, der sich nie elegant kleiden wollte unddoch unter Kennern als einer der bestangezogenen Männer Wiens galt.

Wir alle werden ihn noch lange vor uns sehen, wenn wir durch dieSäle des Palais Schönborn gehen oder im Arkadenhof von Gobelsburgsitzen oder nur durch die Gassen und Plätze seiner Heimatstadt Wienwandern, die er so liebevoll und kenntnisreich zu schildern wußte.

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