ZUM GELEIT
Von Klaus Beitl
Am 15. März 1982 wäre der 70. Geburtstag von wirkl. Hofrat i. R.Univ.- Prof. Dr. Leopold Schmidt zu feiern gewesen. Dem amtieren-den Präsidenten des Vereins für Volkskunde und Direktor a. D. desÖsterreichischen Museums für Volkskunde in Wien, verstorben am12. Dezember 1981, war wie zu den vorangegangenen Jubiläen des60. und 65. Geburtstags eine Ehrung im Rahmen der jährlich in die Zeitum den Frühlingsanfang fallenden Ordentlichen Generalversammlungdes Vereins für Volkskunde zugedacht. Der 60. Geburtstag wargewissermaßen in eine Epoche der literarischen Konjunktur gefallen:Eine gewichtige Festschrift ,, Volkskunde, Fakten und Analysen" miteinem verehrungsvollen und freundschaftlichen Geleitwort von HannsKoren konnte Leopold Schmidt damals von seinen im Fach Volks-kunde tätigen und im Verein für Volkskunde versammelten österrei-chischen und ausländischen Kollegen, Freunden und Schülern darge-bracht werden.¹) Fünf Jahre später, 1977, ging es um den dienstlichenAbschied vom Museum, welchem Leopold Schmidt seit 1946 in leiten-der wissenschaftlicher Funktion gedient, welches er durch die wohlschwierigen, aber hoffnungsvollen Jahre des Wiederaufbaues nach demZweiten Weltkrieg in die Zeit einer neuen Vollendung geführt hatte.Die Pensionierung eines Wissenschaftlers vom Schrot und Korn einesLeopold Schmidt konnte und sollte kein Ende sein und wohl nur eineTransition bezeichnen. Der einstige Dienstvorgesetzte, der nimmer-müde Lehrer und erfahrene Ratgeber, wann immer er darum ersuchtworden ist, und der väterliche Freund auch für die in der wissenschaft-lichen Laufbahn des Museums Nachstrebenden blieb folglich im HausLaudongasse 15-19; und dies Tag für Tag, Montag bis Freitag von8.00 bis 11.30 Uhr und von 12.30 bis 16.00 wie eh und je. Ein Zeichenfür den ,, internen Übergang" im Sinne der uns frühzeitig im akademi-schen Unterricht vermittelten Theorie der ,, Rites de passage" vonArnold Van Gennep war dennoch zu setzen gewesen. Und das geschahin Form einer ordnenden Bestandsaufnahme und weiterweisenden
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