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Gedenkschrift für Leopold Schmidt (1912 - 1981) zum 70. Geburtstag
Entstehung
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LEOPOLD SCHMIDT UND DIE MUSEEN

Von Carl Blaha

Das Wirken Leopold Schmidts auf musealem Gebiet begann damit,daß er vor dem Zweiten Weltkrieg die Sammlung Kriß, die damals inder Neuen Hofburg in Wien untergebracht war, betreute. Nach seinerHeimkehr aus dem Krieg wurde er Anfang des Jahres 1946 am Öster-reichischen Museum für Volkskunde angestellt, dem er in den Jahren1952 bis 1977 als Leiter und Direktor vorstand. Vom Jänner 1954 bisMärz 1955 leitete er gleichzeitig das Museum für Völkerkunde in Wien.Die Tätigkeit als Museumsbeamter war sein Hauptberuf, der ihm auchseinen Lebensunterhalt verschaffte. Diese knappen Fakten enthaltenein Leben, erfüllt von rastlosem Fleiß, der durch eine Reihe vonschönen Erfolgen belohnt wurde.

Beim Eintritt in das Österreichische Museum für Volkskunde wurdeihm die Aufgabe übertragen, die Sammlung neu zu planen und aufzu-stellen. Das grundlegend Neue seines Konzeptes war, die Schausamm-lung auf das Gebiet des heutigen Österreich mit Ausblicken auf diewestlichen und südlichen Nachbarländer zu beschränken. Zweifellosermöglichte dies eine wesentlich verbesserte Darstellung der Volks-kultur Österreichs, mußte aber mit der Deponierung des gesamtenosteuropäischen Bestandes erkauft werden.

Diese erste Neuaufstellung Schmidts, die in den Jahren 1946 bis 1948durchgeführt wurde, war in zwei Raumgruppen gegliedert: Im Erd-geschoß, geographisch geordnet, die Möbelstuben und die Landschafts-räume, im Obergeschoß die Sachgruppenräume in thematischer Glie-derung. Die Neuaufstellung mußte noch mit den alten Räumen undVitrinen zurechtkommen, doch zeigte sich bereits Schmidts neuer Stilder Aufbereitung des Materials mit Hilfe von Karten und Bildzeug-nissen.

Sein besonderes Augenmerk galt der Bibliothek, die rasch anwuchs,die Photothek wurde erst eigentlich angelegt, neue Kartotheken ent-standen und ermöglichten allmählich eine Bibliographie der öster-

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