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Gedenkschrift für Leopold Schmidt (1912 - 1981) zum 70. Geburtstag
Entstehung
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reichischen Volkskunde. Allerdings mußte für diesen wachsendenwissenschaftlichen Apparat ebenfalls erst Raum geschaffen werden.Auch trug er wesentlich dazu bei, daß die„, Österreichische Zeitschriftfür Volkskunde" bereits ab 1946 wieder erscheinen und eine neueSchriftenreihe ,, Veröffentlichungen des Österreichischen Museums fürVolkskunde" gegründet werden konnte.

Die erste Neuaufstellung hielt nur etwa 10 Jahre. Im Jahre 1956stellte sich heraus, daß der Bauzustand des Palais Schönborn bedrohlichgeworden war. Schmidt gelang es, bei der Gemeinde Wien eine um-fassende Restaurierung durchzusetzen. Diese erforderte zwar eineSperre des Museums auf zwei Jahre, erleichterte aber durch eine ver-besserte Raumgliederung die nun folgende zweite Neuaufstellung sehr.

Die inzwischen besser gewordenen Zeitumstände brachten es mitsich, daß diese Neuaufstellung durch eine freundlichere Gestaltung derRäume und durch Verschönerung der Vitrinen und Ausstellungs-behelfe das Gesicht des Museums viel ansprechender gestaltete. Es istbewundernswert, mit welch sparsamen finanziellen Mitteln Schmidtsein Auslangen fand, manches Mal ist er vielleicht sogar zu sparsamgewesen. Leider war es ihm nicht vergönnt, auch eine bauliche Erwei-terung zu erreichen. Er hat viele Pläne in dieser Richtung gemacht, diezum Teil später realisiert werden konnten.

Die räumliche Ausweitung, die in der Laudongasse nicht möglichwar, gelang aber, wieder etwa 10 Jahre später, durch die Errichtung vonAußenstellen. Das Kloster der Ursulinen in der Johannesgasse wurdevom Staat erworben und für die Musikakademie adaptiert. Die wert-volle barocke Klosterapotheke sollte aber an Ort und Stelle erhaltenbleiben und womöglich öffentlich zugänglich gemacht werden. Ich hattees mir damals längst angewöhnt, bei wichtigen Fragen Schmidts Rat zuerbitten. Er löste auch dieses Problem in glücklichster Weise. Rund umdas Zentralgebäude der Apotheke und das Ölgemälde ,, Christus alsApotheker" entstand eine Schausammlung religiöser Volkskunst, vor-züglich konzipiert und- wohl auf sanftes Drängen der Architektenin geradezu luxuriösen Vitrinen.

Um die gleiche Zeit erschien bei mir der Administrator des GutesGobelsburg mit dem Wunsch, in den prunkvollen Sälen des Schlosses,für die das Stift Zwettl keine rechte Verwendung hatte, ein Museumeinzurichten. Wie gewohnt wandte ich mich wieder an LeopoldSchmidt. Ich hatte dabei allerdings eine Präsentation der noch immerdeponierten osteuropäischen Bestände im Auge, doch Schmidt kam,sah die kostbaren Kachelöfen und die reichen Stuckdekorationen und

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