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Wer das wissenschaftliche Werk des Verewigten kennenlernen will,dem stehen die beiden, von seinen Freunden und Mitarbeitern ver-faßten Bibliographien mit allen fachlichen Angaben zur Verfügung.Doch fehlt den darin verzeichneten Büchern und Aufsätzen sozusagender persönliche Hintergrund. Ihn kennenzulernen, ermöglichen die vonLeopold Schmidt vom Wintersemester 1946/47 an bis zum Sommer-semester 1981( mit nur viermaliger Unterbrechung) gehaltenen Vor-lesungen an der Universität Wien. Denn in ihnen spiegelt sich nicht bloßjener Ausgangspunkt, von dem aus er seine persönlichen Forschungenorientierte, sondern ebenso vielleicht sogar in viel eindrucksvollererWeise sein eigener Fortschritt im Durchdringen einer Disziplin,deren wissenschaftlicher Charakter vor noch nicht allzu vielen Jahreninnerhalb der damaligen Philosophischen Fakultät mit einiger Skepsisbeurteilt wurde. Vom wissenschaftlichen Wirken Leopold Schmidtsdarf jedenfalls gesagt werden, daß er ja die Volkskunde nicht bloßwissenschaftstheoretisch fundieren, sondern sie so umfassend alsmöglich in ihren vielfältigen Quellen- und Forschungsbereichen auf-schließen wollte, um diese Vielfalt zu einer in sich geschlossenen Ein-heit zusammenzufügen. Seinem eigenen Interessensbereich entspre-chend stehen die Themen aus dem Bereich der Symbolkultur primär imVordergrund wie das Hochzeitsspiel, das Weihnachts-, Passions- undOsterspiel, das Paradeisspiel, das damit verbundene Maskenwesen unddas Volkslied.
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Doch schon im Sommersemester 1949 wandte sich L. Schmidt auchder Sachvolkskunde die ja seinerzeit bekanntlich von Arthur Haber-landt in seinen Vorlesungen besonders gepflegt worden war- mit einerÜbung über ,, Gerät und Möbel" zu, womit die weitere Auswertung derMusealbestände für die Studierenden einsetzte. Man hat LeopoldSchmidt sicherlich zuwenig gekannt, wenn man von ihm sagte, er wäremit den lebendigen Zeugnissen der Volkskultur zuwenig vertrautgewesen, da er zuwenig Feldforschung betrieben hätte. Daß er vondieser Seite seiner Tätigkeit niemals ein besonderes Aufheben gemachthat und daß er sie vielleicht auch in anderer Art pflegte als mancheseiner Zeitgenossen, war für ihn kein Problem. Wenn er beispielsweiseim Studienjahr 1960/61 eine zweistündige Vorlesung über ,, Das bäuer-liche Haus- und Gerätewesen im Lande Salzburg" gehalten hat, so warsolches vom Schreibtisch aus wohl kaum möglich. Sicherlich warLeopold Schmidt vor allem anderen und das scheint mir seinebesondere Stärke und damit auch sein spezifisches Wirken in der Volks-kunde zu sein an der geisteswissenschaftlichen Durchdringung seinesFaches interessiert, doch fällt es schwer zu glauben, daß er bloß aus
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